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Internal Capital Adequacy Assessment Process (ICAAP)

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Definition des Begriffs

Der Internal Capital Adequacy Assessment Process, deutsch interner Kapitaladäquanzbeurteilungsprozess, ist ein institutsinterner Prozess zur Beurteilung, Steuerung und Sicherstellung einer angemessenen Kapitalausstattung. Er dient dazu, alle wesentlichen Risiken eines Instituts zu identifizieren, zu messen, zu überwachen und mit ausreichend internem Kapital zu unterlegen. Rechtlich ist der ICAAP vor allem in Artikel 73 der Capital Requirements Directive verankert. Er steht im Zusammenhang mit dem Supervisory Review and Evaluation Process, in dem Aufsichtsbehörden die Kapital- und Risikosituation von Instituten beurteilen.

 

Vorkommen und Verwendung

Der ICAAP wird von Kreditinstituten und bestimmten Wertpapierinstituten durchgeführt. Er gilt laufend und wird mindestens jährlich überprüft, außerdem bei wesentlichen Änderungen des Geschäftsmodells, der Risikolage oder der Strategie. Zuständig ist die Geschäftsleitung, die für Angemessenheit, Dokumentation und Einbindung in die Gesamtbanksteuerung verantwortlich bleibt. Die Ergebnisse sind nachvollziehbar zu dokumentieren und in die Limitierung, Kapitalallokation sowie Sanierungsplanung einzubeziehen.

Typische Kernbereiche sind:

  1. Risikoinventur, Identifikation wesentlicher Risikoarten wie Kreditrisiko, Marktrisiko, operationelles Risiko, Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch und Liquiditätsrisiken mit Kapitalbezug.
  2. Kapitalplanung, mehrjährige Projektion von Eigenmitteln, Ergebnisentwicklung und Risikodeckungspotenzial.
  3. Stresstests, Analyse belastender Szenarien und ihrer Wirkung auf Kapitalquoten und interne Steuerungsgrößen.
  4. Governance, klare Verantwortlichkeiten, unabhängige Kontrolle und regelmäßige Berichterstattung.

 

Relevanz

Der ICAAP ist ein zentrales Element der bankaufsichtlichen Risikotragfähigkeit. Er beeinflusst strategische Entscheidungen, Geschäftsplanung, Limitstrukturen, Kapitalmaßnahmen und Ausschüttungspolitik. Aufsichtliche Feststellungen können im SREP zu zusätzlichen Eigenmittelanforderungen, qualitativen Maßnahmen oder intensiverer Überwachung führen. Für bedeutende Institute im einheitlichen europäischen Aufsichtsmechanismus ist die Erwartung besonders ausgeprägt, dass normative und ökonomische Perspektiven konsistent miteinander verbunden werden. Die normative Perspektive betrachtet die Einhaltung regulatorischer Kapitalanforderungen über einen Planungszeitraum. Die ökonomische Perspektive prüft, ob Risiken auch aus interner Werthaltigkeitssicht ausreichend gedeckt sind.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

  • Interner Kapitaladäquanzbeurteilungsprozess, gebräuchliche deutsche Langform.
  • ILAAP, interner Prozess zur Beurteilung der Liquiditätsadäquanz.
  • Risikotragfähigkeit, Fähigkeit eines Instituts, Risiken durch Kapital oder Risikodeckungsmasse zu tragen.
  • SREP, aufsichtliches Bewertungsverfahren, in das ICAAP-Ergebnisse einfließen.

 

Weitere Informationen

Wichtige Bezugspunkte sind Artikel 73 CRD, die SREP-Leitlinien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde, nationale Anforderungen an das Risikomanagement sowie Leitfäden der europäischen Bankenaufsicht. Der ICAAP muss proportional ausgestaltet sein. Größe, Komplexität, Geschäftsmodell und Risikoprofil bestimmen Detailtiefe, Methoden und Dokumentation.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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