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International Association of Insurance Supervisors (IAIS)

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Definition des Begriffs

Die International Association of Insurance Supervisors, kurz IAIS, ist eine internationale Standardsetzungsorganisation der Versicherungsaufsicht. Sie wurde 1994 gegründet und hat ihr Sekretariat in Basel, Schweiz. Ihre Mitglieder sind Versicherungsaufsichtsbehörden und Aufseher aus zahlreichen Jurisdiktionen, die einen sehr großen Teil des weltweiten Versicherungsmarkts abdecken. Die IAIS ist keine supranationale Aufsichtsbehörde und erlässt selbst kein unmittelbar verbindliches Recht. Ihre Bedeutung entsteht durch international anerkannte Standards, Grundsätze und Methoden, die nationale Gesetzgeber und Aufsichten in ihre Regelwerke und Aufsichtspraxis übernehmen. Die Organisation arbeitet in Ausschüssen, Arbeitsgruppen und Konsultationsverfahren.

 

Aufgaben

Die IAIS entwickelt gemeinsame Maßstäbe für eine wirksame und risikoorientierte Versicherungsaufsicht. Zentrale Aufgaben sind:

  • die Ausarbeitung der Insurance Core Principles, also globaler Grundsätze für Regulierung und Aufsicht;
  • die Pflege von ComFrame, einem Rahmen für international aktive Versicherungsgruppen;
  • die Entwicklung von Standards zur Kapitalausstattung, Governance, Risikosteuerung und Offenlegung;
  • die Förderung von Aufsichtszusammenarbeit, Datenaustausch und Krisenmanagement.

 

Zuständigkeiten

Die IAIS beaufsichtigt keine Unternehmen direkt. Ihre Zuständigkeit liegt in der internationalen Koordinierung und Standardsetzung für Versicherungsaufsicht. Sie behandelt Lebensversicherung, Schaden und Unfallversicherung, Rückversicherung, Versicherungsgruppen sowie versicherungsnahe Finanzkonglomerate. Zu den fachlichen Bereichen zählen Solvenz, Unternehmensführung, Marktverhalten, Verbraucherschutz, Abwicklung, makroprudenzielle Überwachung und der Umgang mit systemischen Risiken.

 

Relevanz

Für Finanzmärkte ist die IAIS relevant, weil Versicherer langfristige Kapitalanleger, Risikoträger und Anbieter zentraler Absicherungsfunktionen sind. Einheitliche Aufsichtsstandards erleichtern vergleichbare Solvenzanforderungen, stärken Gruppenkontrolle und verbessern den Informationsaustausch zwischen Aufsichten. Nach der Finanzkrise 2007–2009 gewann die Analyse globaler Versicherungsgruppen und systemischer Risiken an Bedeutung. Die IAIS arbeitet dabei mit internationalen Finanzstabilitätsgremien zusammen und unterstützt eine konsistente Umsetzung der Versicherungsaufsicht in unterschiedlichen Rechtsordnungen. Für Institute erhöht dies die Erwartung an belastbare Daten, Governance, Eigenmittelplanung und gruppenweite Steuerung von Risiken.

 

Besonderheiten

Ein besonderes Merkmal ist der konsensbasierte Charakter der IAIS. Standards wirken vor allem über nationale Umsetzung, Peer Reviews und internationale Erwartungshaltungen. Weitere Besonderheiten sind:

  • breite Mitgliedschaft von entwickelten und aufstrebenden Versicherungsmärkten;
  • Einbindung von Beobachtern aus internationalen Organisationen und Marktumfeld, ohne Gleichstellung mit Aufsichtsmitgliedern;
  • Verbindung von mikroprudenzieller Aufsicht, also Stabilität einzelner Unternehmen, und makroprudenzieller Perspektive auf das Finanzsystem.

Die IAIS veröffentlicht außerdem Anwendungshinweise und Bewertungsinstrumente, die Aufsichten bei der praktischen Umsetzung unterstützen und grenzüberschreitende Aufsichtskollegien fachlich strukturieren.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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