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Hawalas and Other Similar Service Providers (HOSSPs)

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Definition des Begriffs

HOSSPs steht für Hawala and Other Similar Service Providers, auf Deutsch Hawala und andere ähnliche Dienstleister. Der Begriff beschreibt informelle oder formal registrierte Anbieter von Geld- oder Werttransfers, die Zahlungen zwischen Auftraggebern und Empfängern über Vertrauensnetzwerke, Agenten und spätere Ausgleichsmechanismen abwickeln. Hawala entstand historisch als informelles Überweisungssystem in Handels- und Migrationsräumen Südasiens, des Nahen Ostens und Afrikas. Im Finanzmarktkontext wird HOSSPs als Typologie im Bereich Geldwäscheprävention und Terrorismusfinanzierungsbekämpfung verwendet. Rechtlich knüpft die Einordnung regelmäßig an Vorschriften für Money-or-Value-Transfer-Services, Zahlungsdienste, Geldtransfergeschäfte und geldwäscherechtlich Verpflichtete an. Entscheidend ist nicht die Bezeichnung des Systems, sondern die tatsächlich erbrachte Transferleistung.

 

Vorkommen und Verwendung

HOSSPs treten vor allem dort auf, wo grenzüberschreitende Überweisungen schnell, kostengünstig oder ohne umfassenden Zugang zu Bankkonten benötigt werden. Die Nutzung kann legal sein, sofern Registrierung, Erlaubnis, Aufsicht und geldwäscherechtliche Pflichten eingehalten werden. Risikorelevant wird das Verfahren, wenn Anbieter außerhalb der Aufsicht handeln oder Transaktionen verschleiern.

Typische Prüffelder sind:

  1. Kundenidentifizierung und wirtschaftlich Berechtigte
  2. Herkunft und Zweck der Gelder
  3. Länder-, Korridor- und Sanktionsrisiken
  4. Agentenstrukturen, Bargeldbewegungen und Handelsausgleich
  5. Aufzeichnungen, Verdachtsmeldungen und interne Kontrollen

 

Relevanz

Für Finanzinstitute, Zahlungsdienstleister und Aufsichtsbehörden sind HOSSPs relevant, weil sie legitime Finanzinklusion ermöglichen, zugleich aber erhöhte Risiken bei Intransparenz, Bargeldnähe und grenzüberschreitenden Ausgleichsgeschäften aufweisen. Banken prüfen Geschäftsbeziehungen zu entsprechenden Dienstleistern häufig verstärkt. Mögliche Folgen sind zusätzliche Sorgfaltspflichten, Kontobegrenzungen, Verdachtsmeldungen, Untersagungen oder strafrechtliche Ermittlungen bei unerlaubtem Zahlungsdienst oder Geldwäscheverdacht. Auch Korrespondenzbanken und Zahlungsabwickler berücksichtigen solche Risiken im eigenen Risikomanagement.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

  • Hawala: vertrauensbasiertes Überweisungssystem mit späterem Ausgleich zwischen Vermittlern.
  • Hundi: in Südasien verbreitete verwandte Bezeichnung.
  • Informal Value Transfer System: Oberbegriff für informelle Werttransfersysteme.
  • MVTS: Money or Value Transfer Services, regulierungsnaher Sammelbegriff für Geld- oder Werttransferdienste.

 

Weitere Informationen

Relevante Grundlagen sind internationale AML/CFT-Standards zu Geld- und Werttransferdiensten, insbesondere Registrierung oder Lizenzierung, Kundensorgfalt, Aufbewahrung von Transaktionsdaten und Verdachtsmeldungen. In der Europäischen Union werden entsprechende Pflichten über Geldwäsche- und Zahlungsdienstevorgaben umgesetzt. In Deutschland können insbesondere das Geldwäschegesetz und das Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz einschlägig sein. Beteiligt sind Finanzaufsichten, Zentralbanken, Financial Intelligence Units, Strafverfolgungsbehörden und internationale Standardsetzer.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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