Feedback

High Frequency Trading (HFT)

zur Glossar-Übersicht

 

Definition des Begriffs

HFT steht für High-Frequency-Trading, auf Deutsch Hochfrequenzhandel. Der Begriff bezeichnet ein automatisiertes Handelsverfahren, bei dem Finanzinstrumente mit sehr hoher Geschwindigkeit, kurzen Haltedauern und großen Auftragszahlen gehandelt werden. HFT ist eine Unterform des algorithmischen Handels. Handelsentscheidungen beruhen auf vorab programmierten Regeln, Marktdaten und technischen Signalen. Rechtlich ist HFT in Europa vor allem mit MiFID II, MiFIR und den zugehörigen technischen Regulierungsstandards verbunden. In Deutschland wurde der Hochfrequenzhandel zusätzlich durch das Hochfrequenzhandelsgesetz von 2013 adressiert.

Vorkommen und Verwendung

HFT kommt vor allem an elektronischen Handelsplätzen vor, insbesondere bei Aktien, börsengehandelten Fonds, Futures, Optionen, Devisen und anderen liquiden Finanzinstrumenten. Genutzt wird das Verfahren durch spezialisierte Wertpapierfirmen, Eigenhändler, Market Maker und bestimmte Handelsabteilungen großer Institute.

Typische Merkmale sind:

  1. Automatisierte Auftragserzeugung: Handelsaufträge werden ohne manuelle Einzelfreigabe durch Handelssysteme ausgelöst.
  2. Sehr geringe Latenz: Latenz bezeichnet die technische Verzögerung zwischen Signal, Auftrag und Ausführung.
  3. Hohe Order-to-Trade-Ratio: Viele Aufträge werden eingestellt, geändert oder gelöscht, während nur ein Teil tatsächlich ausgeführt wird.
  4. Kurze Positionsdauer: Positionen bestehen häufig nur für Sekundenbruchteile, Sekunden oder wenige Minuten.

Relevanz

HFT beeinflusst Marktliquidität, Preisbildung und Handelsinfrastruktur. Liquide Märkte können durch zusätzliche Kauf- und Verkaufsangebote enger werdende Geld-Brief-Spannen aufweisen. Gleichzeitig entstehen Risiken, etwa durch fehlerhafte Algorithmen, technische Störungen, übermäßige Nachrichtenlast an Handelsplätzen oder abrupte Marktbewegungen. Aufsichtsbehörden verlangen deshalb robuste Systeme, Risikokontrollen, Aufzeichnungspflichten und Notfallmechanismen. Für Handelsplätze ist HFT relevant, weil Marktüberwachung, Kapazitätsplanung und Regeln gegen Marktmissbrauch technisch präzise ausgestaltet sein müssen.

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

Verwandte Begriffe sind:

  • Algorithmischer Handel: Oberbegriff für automatisierte Handelsentscheidungen.
  • Market Making: Stellen verbindlicher oder indikativer Kauf- und Verkaufspreise.
  • Co-Location: Platzierung von Handelsservern nahe an Börsensystemen zur Verringerung der Latenz.
  • Flash Crash: sehr schnelle, starke Marktbewegung mit anschließender Erholung.

Weitere Informationen

Zu den zentralen Regelungsbereichen zählen Zulassungspflichten, Systemtests, Handelskontrollen, Dokumentation, Meldepflichten und Anforderungen an Handelsplätze. MiFID II verpflichtet Wertpapierfirmen mit algorithmischem Handel zu wirksamen Risikobegrenzungen. Handelsplätze müssen Belastbarkeit, Kapazität und geordnete Handelsbedingungen sicherstellen.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

Passwort zurücksetzen

Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an. Wir senden Ihnen eine E-Mail zum Zurücksetzen Ihres Passwortes.


Abbrechen