Definition des Begriffs
Das Home-Accounting-Modul (HAM, deutsch: Hausbankverfahren) ist ein optionales Modul der TARGET2-Plattform (Trans-European Automated Real-time Gross Settlement Express Transfer System), das von nationalen Zentralbanken im Euro-Währungsgebiet bereitgestellt werden kann. HAM ermöglicht Kreditinstituten und Zentralbankkunden die Führung zusätzlicher Konten außerhalb des Zahlungsverkehrsmoduls (Payments Module, PM) innerhalb der einheitlichen technischen Plattform Single Shared Platform (SSP) von TARGET2.
Das Modul verwaltet zwei Kontotypen: HAM-Konten für Banken und andere zugelassene Einrichtungen sowie Zentralbankkunden-Konten für Korrespondenten und weitere Institutionen, die nach der TARGET-Leitlinie nicht berechtigt sind, Konten im Zahlungsverkehrsmodul zu führen. HAM-Konten dienen nicht dem allgemeinen Zahlungsverkehr, sondern der Abwicklung spezifischer Geschäfte wie Barabhebungen, Einlagen bei der Zentralbank und grundlegenden Interbanken-Transfers zur Verwaltung von Mindestreserven.
Vorkommen und Verwendung
HAM wird im Rahmen des Einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums (SEPA) von jenen nationalen Zentralbanken angeboten, die sich für dieses optionale Modul entschieden haben. In Deutschland wird HAM von der Deutschen Bundesbank bereitgestellt. Die Teilnahme ist optional, die Entscheidung über die Einführung obliegt jeder Zentralbank individuell.
Folgende Institute können HAM-Konten eröffnen:
HAM-Konten können beispielsweise von Banken genutzt werden, die nicht direkt am PM teilnehmen, jedoch Mindestreserveanforderungen unterliegen, oder von direkten PM-Teilnehmern, die separate Konten für spezifische Geschäfte benötigen. Über HAM abgewickelte Transaktionen umfassen Geschäfte mit Zentralbanken, Interbanken-Transfers zwischen HAM-Konten derselben Zentralbank, Liquiditätstransfers zwischen HAM- und RTGS-Konten sowie Transfers zu Standing Facilities.
Relevanz
HAM bietet Finanzinstituten Flexibilität bei der Kontoführung innerhalb der TARGET2‑Infrastruktur. Es ermöglicht die technisch integrierte Abwicklung von Zentralbankgeschäften, ohne dass Institute zwingend direkt am Zahlungsverkehrsmodul teilnehmen müssen. Dies reduziert Betriebskosten und vereinfacht die technische Anbindung an das Eurosystem.
Die Transaktionen in HAM sind sofort final und werden über SWIFTNet FIN oder das Information and Control Module (ICM) abgewickelt. Eine Co-Management-Funktion erlaubt es direkten PM-Teilnehmern, HAM-Konten anderer Institute mitzuverwalten. Dies ist auch grenzüberschreitend möglich. HAM ist eng mit dem Reserve Management Module (RM) und dem Standing Facilities Module (SF) verknüpft.
Beispiel, Synonyme oder verwandte Begriffe
Weitere Informationen
Rechtsgrundlagen: TARGET-Leitlinie der EZB, Verfahrensregeln der Deutschen Bundesbank für HAM-Konten
Beteiligte Institutionen: Europäische Zentralbank (EZB), nationale Zentralbanken des Eurosystems (z. B. Deutsche Bundesbank), teilnehmende Kreditinstitute
Verknüpfte Systeme: TARGET2, PM, RM, SF, SWIFTNet
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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