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Gezielte längerfristige Refinanzierungsgeschäfte (GLRG)

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Definition des Begriffs

Gezielte längerfristige Refinanzierungsgeschäfte, englisch Targeted Longer-Term Refinancing Operations, sind geldpolitische Kreditgeschäfte des Eurosystems mit mehrjähriger Laufzeit. Sie stellen zugelassenen Kreditinstituten Zentralbankliquidität gegen notenbankfähige Sicherheiten bereit und verknüpfen die Konditionen mit der Entwicklung der Kreditvergabe an die Realwirtschaft. GLRG sind kein eigenständiger Rechtsakt, sondern ein Verfahren der geldpolitischen Umsetzung. Die erste Serie wurde 2014 eingeführt. Weitere Serien, insbesondere GLRG II und GLRG III, passten Laufzeiten, Zinssätze, Rückzahlungsoptionen und Zielgrößen an die geldpolitische Lage an. Rechtliche Grundlagen ergeben sich aus Beschlüssen der Europäischen Zentralbank, den allgemeinen Rahmenbedingungen für geldpolitische Instrumente und den Sicherheitenregeln des Eurosystems.

 

Vorkommen und Verwendung

GLRG werden vom EZB-Rat beschlossen und durch die nationalen Zentralbanken des Eurosystems operativ durchgeführt. Teilnahmeberechtigt sind geldpolitische Geschäftspartner, regelmäßig Kreditinstitute, die Zugangs-, Melde- und Sicherheitenanforderungen erfüllen. Die Geschäfte werden in festgelegten Tranchen angeboten. Höhe, Laufzeit und Zinssatz richten sich nach den jeweiligen Programmbedingungen und können von der anrechenbaren Kreditentwicklung abhängen.

Kernbereiche sind:

  • längerfristige Refinanzierung über Zentralbankgeld
  • Besicherung durch zugelassene marktfähige und nicht marktfähige Vermögenswerte
  • Anreize für Kredite an Unternehmen und private Haushalte, ohne Wohnungsbaukredite
  • freiwillige oder vorzeitige Rückzahlung nach Programmregeln
  • Nachweis, Meldung und Überwachung der relevanten Kreditbestände

 

Relevanz

GLRG unterstützen die Transmission der Geldpolitik, weil sie Finanzierungskosten von Banken beeinflussen und günstige Kreditbedingungen fördern können. Sie sind besonders relevant, wenn Marktfinanzierung angespannt ist, Kreditwachstum schwach bleibt oder geldpolitische Impulse über den Bankensektor verstärkt werden sollen. Für Institute wirken GLRG auf Liquiditätsplanung, Refinanzierungsstruktur, Zinsmarge, Sicherheitenmanagement und Bilanzsteuerung. Aufsichtliche Relevanz entsteht, wenn hohe GLRG-Bestände Rückzahlungsrisiken, Konzentrationen in Zentralbankfinanzierung oder Abhängigkeiten von außergewöhnlichen geldpolitischen Maßnahmen erzeugen.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

  • TLTRO: englische Abkürzung für Targeted Longer-Term Refinancing Operations
  • LTRO: längerfristiges Refinanzierungsgeschäft ohne gezielte Kreditvergabekomponente
  • MRO: Hauptrefinanzierungsgeschäft mit kürzerer Laufzeit
  • Sicherheitenrahmen: Regeln für akzeptierte Vermögenswerte bei Eurosystem-Krediten
  • Transmission: Übertragung geldpolitischer Impulse auf Finanzierungsbedingungen

 

Weitere Informationen

Wichtige Bezugspunkte sind die geldpolitischen Beschlüsse des EZB-Rats, die jeweiligen GLRG-Bedingungen, die Leitlinie über geldpolitische Instrumente und Verfahren des Eurosystems sowie nationale Durchführungsregelungen der Zentralbanken. GLRG III beruhte insbesondere auf einem EZB-Beschluss von 2019 und wurde während der Pandemie mehrfach angepasst. Mit auslaufenden Programmen rücken Rückzahlungen, Sicherheitenfreigaben, Liquiditätspuffer und Anschlussrefinanzierung in den Mittelpunkt der Banksteuerung.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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