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Global Legal Entity Identifier System (GLEIS)

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Definition des Begriffs

Das Global Legal Entity Identifier System, kurz GLEIS, deutsch globales System zur Rechtsträgerkennung, ist ein internationales Rahmenwerk zur eindeutigen Identifikation juristischer Personen und anderer Rechtsträger, die an Finanztransaktionen beteiligt sind. Zentrales Element ist der Legal Entity Identifier, eine standardisierte 20-stellige alphanumerische Kennung. GLEIS entstand nach der Finanzkrise 2008 im Umfeld der G20- und FSB-Initiativen zur Verbesserung von Markttransparenz, Gegenparteierkennung und Risikodatenaggregation. Das System verbindet öffentliche Aufsicht, operative Datenverwaltung und dezentrale LEI-Vergabe durch zugelassene Stellen.

 

Vorkommen und Verwendung

GLEIS wird weltweit in regulatorischen Meldeprozessen, Kapitalmarkttransaktionen, Derivatemeldungen, Wertpapierdaten, Emittenteninformationen und Risikomanagementsystemen verwendet. Rechtsträger beantragen einen LEI bei einer zugelassenen Vergabestelle. Die zugehörigen Referenzdaten werden regelmäßig aktualisiert und öffentlich zugänglich bereitgestellt.

Kernbereiche sind:

  1. LEI-Vergabe, einschließlich Identitätsprüfung und Zuordnung einer eindeutigen Kennung.
  2. Referenzdaten, etwa Name, Sitz, Registerinformationen und Rechtsform eines Rechtsträgers.
  3. Beziehungsdaten, insbesondere Informationen zu direkten und obersten Mutterunternehmen.
  4. Datenqualität, mit Validierung, jährlicher Erneuerung, Korrekturprozessen und öffentlicher Abrufbarkeit.

 

Relevanz

GLEIS ist für Finanzmarktaufsicht, Marktteilnehmer und Datenmanagement relevant, weil es eine einheitliche Identifikation von Gegenparteien, Emittenten, Fonds, Banken und Unternehmen ermöglicht. Ohne einheitliche Kennung können Namen, Registerangaben oder Konzernstrukturen uneinheitlich erfasst werden. Der LEI erleichtert die Zusammenführung von Daten aus verschiedenen Märkten, Ländern und Berichtssystemen. Dadurch unterstützt GLEIS die Analyse von Konzentrationsrisiken, systemischen Verflechtungen, Marktmissbrauchsrisiken und grenzüberschreitenden Transaktionen. Für Institute ist das System außerdem wichtig für Onboarding, Meldewesen, Stammdatenmanagement, Compliance und operationelle Datenkontrollen.

 

Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe

  • LEI, eindeutige Kennung eines Rechtsträgers im globalen System.
  • GLEIF, zentrale operative Stiftung zur Unterstützung des LEI-Systems.
  • LEI ROC, internationales Aufsichtsgremium für das Global LEI System.
  • LOU, lokale Vergabestelle für LEI-Registrierungen und Datenpflege.
  • Referenzdaten, Stammdaten zur Identität und Struktur eines Rechtsträgers.

 

Weitere Informationen

Die Governance des GLEIS beruht auf internationaler öffentlicher Aufsicht, der operativen Rolle der Global Legal Entity Identifier Foundation und einem Netzwerk zugelassener LEI-Emittenten. Die technische Grundlage orientiert sich an ISO 17442. Europäische Regelwerke wie EMIR, MiFIR und weitere Meldeanforderungen nutzen den LEI zur eindeutigen Identifikation meldepflichtiger oder berichtsrelevanter Rechtsträger.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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