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Geared Futures and Options Funds (GFOF)

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Definition des Begriffs

Geared Futures and Options Funds, kurz GFOF, bezeichnet Investmentfonds, deren Anlagestrategie wesentlich auf Futures und Optionen ausgerichtet ist und die häufig mit Hebelwirkung arbeiten. Futures sind standardisierte Terminkontrakte, Optionen gewähren ein Recht zum Kauf oder Verkauf eines Basiswerts. Der Begriff beschreibt keine eigenständige EU-Fondskategorie, sondern eine fachliche Bezeichnung für derivative, gehebelte Fondsstrategien. Regulatorisch werden solche Fonds je nach Struktur als OGAW, alternativer Investmentfonds oder vergleichbares ausländisches Anlagevehikel eingeordnet. Maßgeblich sind die Regeln zu Derivateeinsatz, Risikomanagement, Anlegerinformation, Vertrieb und Verwahrung.

 

Vorkommen und Verwendung

GFOF-Strukturen kommen vor allem bei Fonds vor, die Marktpreisbewegungen über Derivate abbilden oder verstärken. Sie können auf Aktienindizes, Zinsen, Währungen, Rohstoffe oder Volatilität ausgerichtet sein. Die Verwendung hängt von Fondsdomizil, Anlagebedingungen und Zielanlegergruppe ab. Typische Prüffelder sind:

  • zulässige Basiswerte und Kontraktarten
  • Höhe und Berechnung der Hebelwirkung
  • Margin-Anforderungen und Liquiditätssteuerung
  • Bewertung offener Derivatepositionen
  • Risikolimits, Stresstests und Verlusttragfähigkeit
  • Transparenz in Verkaufsunterlagen und Basisinformationsblättern

 

Relevanz

GFOF sind für Aufsicht, Kapitalverwaltungsgesellschaften, Verwahrstellen und Vertriebsstellen relevant, weil Derivatefonds ein erhöhtes Markt-, Liquiditäts- und Gegenparteirisiko aufweisen können. Hebelwirkung kann Gewinne vergrößern, Verluste jedoch ebenfalls beschleunigen. Für Anleger ist entscheidend, ob die Strategie zur Risikoklasse, zum Anlagehorizont und zur Verlusttragfähigkeit passt. Für Institute entstehen Anforderungen an Produktfreigabe, Zielmarktbestimmung, laufende Risikoüberwachung und verständliche Kosten- und Risikoangaben. GFOF stehen außerdem in engem Zusammenhang mit Regeln zur Leverage-Messung, zur Derivateexponierung und zum Anlegerschutz.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

  • Gehebelter Derivatefonds: deutsche Umschreibung für Fonds mit derivativer Hebelwirkung
  • Futures-Fonds: Fonds mit Schwerpunkt auf börsengehandelten Terminkontrakten
  • Optionsfonds: Fonds mit Schwerpunkt auf Optionsstrategien
  • Leverage: Einsatz von Instrumenten, die das wirtschaftliche Exposure erhöhen
  • Margin: Sicherheitsleistung für offene Derivatepositionen
  • AIF: alternativer Investmentfonds außerhalb des klassischen OGAW-Rahmens

 

Weitere Informationen

Wichtige Regelungsbezüge ergeben sich aus OGAW-Vorgaben, der AIFM-Regulierung, nationalem Investmentrecht, MiFID-II-Produktgovernance und PRIIPs-Vorgaben für Basisinformationsblätter. Ergänzend sind Vorgaben zu Risikomessmethoden, Sicherheiten, Gegenparteien, Liquiditätsmanagement und Offenlegung zu beachten. Bei grenzüberschreitendem Vertrieb können zusätzliche Anforderungen des Fondsdomizils, der Zielmärkte und der zuständigen Aufsichtsbehörden gelten.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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