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File Transfer Protocol (FTP)

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Definition des Begriffs

FTP, (Funds Transfer Pricing) bezeichnet die interne Verrechnung von Liquiditätskosten, Refinanzierungskosten und Liquiditätsnutzen innerhalb eines Finanzinstituts. Im Deutschen werden häufig die Begriffe Transferpreissystem oder interne Refinanzierungsverrechnung verwendet. FTP ist kein einzelner Rechtsakt, sondern ein bankinternes Steuerungsverfahren. Es ordnet Geschäftsbereichen verursachungsgerecht Kosten und Erträge zu, die aus Laufzeit, Währung, Zinsbindung, Liquiditätsbindung und Refinanzierungsstruktur entstehen. Rechtlich ist FTP vor allem mit Anforderungen an Risikosteuerung, Liquiditätsrisikomanagement, Geschäftsorganisation und Gesamtbanksteuerung verbunden. Methodische Grundlage ist meist eine zentrale F-nds Transfer-Pricing-Policy, die Datenquellen, Kurvenauswahl, Aufschläge und Zuständigkeiten festlegt.

 

Vorkommen und Verwendung

FTP wird insbesondere von Banken, Wertpapierinstituten mit bankähnlichen Geschäftsmodellen und Finanzgruppen eingesetzt. Typische Anwender sind Treasury, Controlling, Risikocontrolling, Produktsteuerung und Geschäftsbereiche mit Kredit-, Einlagen- oder Handelsaktivitäten. Das Verfahren läuft regelmäßig, häufig täglich oder monatlich, und fließt in Margenrechnung, Produktkalkulation, Limitsteuerung und Performance-Messung ein.

Kernbereiche sind:

  1. Liquiditätstransferpreise a. Zuweisung von Refinanzierungskosten an Aktivgeschäfte. b. Vergütung stabiler Einlagen als interne Finanzierungsquelle.
  2. Zins- und Laufzeitkomponenten a. Berücksichtigung von Zinsbindung, Fristeninkongruenz und optionalen Kündigungsrechten. b. Abbildung von Marktzinssätzen, Swapkurven und institutsinternen Aufschlägen.
  3. Steuerungs- und Kontrollfunktion a. Trennung von Vertriebsergebnis und Treasury-Ergebnis. b. Unterstützung der Liquiditätsplanung und Risikotragfähigkeit.

 

Relevanz

FTP beeinflusst die Beurteilung der Profitabilität einzelner Produkte, Kundenportfolios und Geschäftseinheiten. Ein konsistentes Verfahren verhindert, dass Liquiditätskosten in der Ergebnisrechnung unterschätzt oder falsch zugeordnet werden. Es unterstützt Entscheidungen über Kreditpreise, Einlagenstrategien, Bilanzstruktur und Refinanzierungsbedarf. Für die Aufsicht ist FTP relevant, weil interne Verrechnungspreise Teil einer wirksamen Geschäftsorganisation und eines angemessenen Liquiditätsrisikomanagements sein können. Abweichungen zwischen Methodik, Bilanzstruktur und Marktbedingungen können Fehlanreize erzeugen.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

Verwandte Begriffe sind:

  • Interne Refinanzierungsverrechnung, deutsche Bezeichnung für FTP.
  • Treasury, zentrale Einheit für Liquiditäts- und Refinanzierungssteuerung.
  • Net Interest Margin, Kennzahl für zinstragende Ergebnisbeiträge.
  • LCR und NSFR, regulatorische Liquiditätskennzahlen mit Bezug zur Refinanzierungsstruktur.

 

Weitere Informationen

FTP steht in engem Zusammenhang mit Anforderungen aus MaRisk, CRR, CRD, Basel-Standards und internen Risikosteuerungsrahmen. Relevante Grundlagen betreffen insbesondere angemessene Verfahren zur Liquiditätssteuerung, klare Verantwortlichkeiten, nachvollziehbare Methoden, regelmäßige Validierung und dokumentierte Annahmen. In der Praxis werden Governance, unabhängige Modellkontrollen und transparente Berichte benötigt, damit Transferpreise konsistent angewendet werden.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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