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Financial Market Infrastructure (FMI)

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Definition des Begriffs

FMI steht für Financial Market Infrastructure, auf Deutsch Finanzmarktinfrastruktur. Der Begriff bezeichnet zentrale Systeme und Einrichtungen, die Zahlungen, Wertpapiertransaktionen, Derivategeschäfte und damit verbundene Datenflüsse im Finanzmarkt erfassen, verrechnen, abwickeln oder absichern. FMI ist kein einzelnes Verfahren, sondern ein regulatorischer Sammelbegriff für kritische Marktprozesse und deren Betreiber. International prägend sind die Principles for Financial Market Infrastructures, kurz PFMI, die 2012 veröffentlicht wurden. Sie bilden einen Referenzrahmen für Sicherheit, Effizienz, Governance, Risikomanagement und Transparenz von Marktinfrastrukturen. Im Fokus stehen stabile Regeln, belastbare technische Plattformen und klare Verantwortlichkeiten zwischen Teilnehmern, Betreibern und Aufsicht.

 

Vorkommen und Verwendung

FMI kommen im Zahlungsverkehr, im Wertpapiergeschäft, im Clearing und in der Meldung von Transaktionsdaten vor. Sie werden von Zentralbanken, Aufsichtsbehörden und Marktteilnehmern überwacht oder genutzt. Der Begriff erfasst typischerweise fünf Infrastrukturarten:

  1. Zahlungssysteme für großvolumige oder massenhafte Zahlungen.
  2. Zentralverwahrer zur Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren.
  3. Wertpapierabwicklungssysteme für Lieferung, Zahlung und Eigentumsübertrag.
  4. Zentrale Gegenparteien, die zwischen Käufer und Verkäufer treten und Gegenparteirisiken bündeln.
  5. Transaktionsregister für die Sammlung und Bereitstellung von Meldedaten, insbesondere bei Derivaten.

Die Nutzung erfolgt laufend, da Markttransaktionen ohne stabile Infrastrukturen nicht verlässlich abgeschlossen werden können. Prüfbereiche sind unter anderem Teilnehmerzugang, Sicherheitenmanagement, Abwicklungsfinalität, Liquiditätssteuerung, Ausfallverfahren, Datenqualität und Informationssicherheit.

 

Relevanz

FMI gelten als systemrelevant, weil Störungen schnell auf Banken, Wertpapierfirmen, Zahlungsdienstleister, Zentralbanken und Endkunden wirken können. Relevante Risiken betreffen Liquidität, Kreditrisiken, operationelle Ausfälle, Cyberangriffe, Rechtsunsicherheit und Abwicklungsverzögerungen. Eine robuste FMI reduziert Unsicherheit nach Geschäftsabschluss und unterstützt Marktintegrität. Für beaufsichtigte Institute sind Anbindungen an FMI Teil des Risikomanagements, der Notfallplanung und der Auslagerungs- oder Drittparteiensteuerung.

 

Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe

Verwandte Begriffe sind:

  • PFMI, internationale Grundsätze für Finanzmarktinfrastrukturen.
  • CCP, zentrale Gegenpartei im Clearing.
  • CSD, Zentralverwahrer für Wertpapiere.
  • SSS, Wertpapierabwicklungssystem.
  • TR, Transaktionsregister für Meldeinformationen.

 

Weitere Informationen

Relevante Rahmenwerke betreffen Aufsicht, Überwachung und Sanierungsplanung von Marktinfrastrukturen. In Europa bestehen insbesondere Regelungen für zentrale Gegenparteien, Zentralverwahrer, Zahlungs- und Wertpapierabwicklungssysteme sowie Anforderungen an operationelle Resilienz. Zuständig sind je nach Infrastruktur Zentralbanken, Wertpapieraufsichten und europäische Behörden. Ergänzend wirken nationale Finalitätsvorschriften, Meldepflichten und Krisenmanagementregeln.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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