Definition des Begriffs
Der Financial Instrument Short Name (FISN, deutsch: Finanzinstrument-Kurzname) ist ein standardisierter, menschenlesbarer Kurzname für Finanzinstrumente, der im ISO-Standard 18774 definiert ist. Der FISN ergänzt die International Securities Identification Number (ISIN) um eine für Menschen lesbare Beschreibung und ermöglicht eine einheitliche und konsistente Kurzdarstellung von Wertpapieren und Finanzinstrumenten im internationalen Wertpapierhandel. Der FISN hat eine maximale Länge von 35 alphanumerischen Zeichen nach ISO/IEC 8859-1 und besteht aus zwei Komponenten: dem Emittenten-Kurznamen (Issuer Short Name) mit maximal 15 Zeichen und einer Instrument-Beschreibung (Instrument Description) mit maximal 19 Zeichen, getrennt durch einen Schrägstrich. Seit dem 1. Juli 2017 wird der FISN weltweit gleichzeitig mit der ISIN und dem Classification of Financial Instruments Code (CFI nach ISO 10962) bei der Ausgabe neuer Finanzinstrumente vergeben.
Struktur und Aufbau
Der FISN folgt einer definierten Struktur: Emittenten-Kurzname / Instrument-Beschreibung. Der Emittenten-Kurzname ist eine standardisierte Abkürzung des offiziellen Emittitennamens, wobei für denselben Emittenten bei verschiedenen Finanzinstrumenten derselbe Kurzname verwendet werden soll. Bei Collective Investment Vehicles (CIVs) und Derivaten kann der Emittenten-Kurzname über 15 Zeichen hinausgehen, sofern die Gesamtlänge von 35 Zeichen nicht überschritten wird. Die Instrument-Beschreibung enthält wesentliche Merkmale des Finanzinstruments in standardisierter, abgekürzter Form. Für verschiedene Instrumententypen wie Anleihen, Aktien, Derivate oder strukturierte Produkte gelten spezifische Regeln zur Reihenfolge der Merkmale. Bei Anleihen beispielsweise: Zinssatz/Typ + abgekürzte Instrumentenbezeichnung + Fälligkeitsdatum + Rang + weitere Merkmale.
Governance und Verwaltung
Die Association of National Numbering Agencies (ANNA) fungiert als Registration Authority für ISO 18774 und ist für die Zuteilung und Pflege von FISNs sowie die Verwaltung der offiziellen Abkürzungsliste verantwortlich. Die nationalen Nummerierungsagenturen (National Numbering Agencies, NNAs) vergeben FISNs parallel zu ISINs. Die Abkürzungsliste wird kontinuierlich aktualisiert und ist auf der ANNA-Website verfügbar. Der Standard wurde ursprünglich 2015 als ISO 18774:2015 veröffentlicht und 2024 durch ISO 18774:2024 ersetzt.
Anwendungsbereich und Nutzen
FISNs werden in Handels-, Abrechnungs- und Berichtssystemen verwendet, um Finanzinstrumente für menschliche Nutzer verständlich zu identifizieren, beispielsweise in Kontoauszügen, Handelsberichten, Preisanzeigen auf Websites oder regulatorischen Meldungen. Im Gegensatz zur ISIN, die primär maschinell verarbeitet wird, zielt der FISN auf menschliche Lesbarkeit ab. Die Standardisierung reduziert den manuellen Aufwand bei der Erstellung interner Kurznamen und verbessert die Kommunikation zwischen Marktteilnehmern und ihren Kunden.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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