Definition des Begriffs
FIRDS bezeichnet das Financial Instruments Reference Data System, auf Deutsch Referenzdatensystem für Finanzinstrumente. Es ist ein zentrales europäisches Verfahren zur Sammlung, Validierung, Veröffentlichung und Nutzung von Referenzdaten über Finanzinstrumente. Betrieben wird es im Umfeld der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde. Zweck ist eine einheitliche Datenbasis für Transparenz, Transaktionsmeldungen, Marktmissbrauchsüberwachung und Aufsichtsanalysen. Rechtlich knüpft FIRDS vor allem an MiFIR Artikel 27 und MAR Artikel 4 an. Das System steht im Zusammenhang mit MiFID II, weil die dort geregelten Handelsplätze und systematischen Internalisierer meldepflichtige Instrumentendaten bereitstellen müssen.
Vorkommen und Verwendung
FIRDS kommt in der europäischen Wertpapieraufsicht und im Meldewesen von Wertpapierfirmen, Handelsplätzen, Datenlieferanten und Aufsichtsbehörden vor. Die Daten werden fortlaufend übermittelt und in Dateien oder Suchfunktionen verfügbar gemacht. Typische Datenelemente sind:
Die Datenqualität ist wesentlich, da fehlerhafte Referenzdaten Meldepflichten, Abgleichprozesse und die Bestimmung handelbarer Instrumente beeinflussen können.
Relevanz
FIRDS unterstützt die Zuordnung, ob ein Finanzinstrument an einem Handelsplatz gehandelt wird oder unter bestimmte Melde-, Transparenz- oder Überwachungspflichten fällt. Für Institute ist das Verfahren relevant, weil Referenzdaten in Transaktionsmeldungen nach MiFIR, in Kontrollsystemen und in regulatorischen Datenhaushalten verwendet werden. Nationale Aufsichtsbehörden nutzen die Daten zur Marktüberwachung und für Datenabgleiche. Enge Bezüge bestehen zu FITRS, dem Transparenzsystem für Finanzinstrumente, sowie zu Meldesystemen für Transaktionsdaten.
Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe
Weitere Informationen
Wesentliche Rechtsgrundlagen sind MiFIR Artikel 27 zur Bereitstellung von Referenzdaten für Finanzinstrumente und MAR Artikel 4 zur Meldung von Finanzinstrumenten an zuständige Behörden. Ergänzend präzisieren technische Regulierungs- und Durchführungsstandards Datenfelder, Formate, Validierungsregeln und Meldewege. FIRDS verbindet damit operative Datenverarbeitung mit materiellen Pflichten aus Marktstruktur, Transparenzregime und Marktmissbrauchsrecht. In der Praxis ist eine konsistente Pflege interner Stammdaten erforderlich, damit Meldungen fristgerecht, vollständig und mit den veröffentlichten Referenzdaten abgleichbar bleiben.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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