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Foundation Internal Ratings Based Approach (FIRB)

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Definition des Begriffs

Der Foundation Internal Ratings Based Approach bezeichnet ein auf internen Ratings basierendes Verfahren zur Berechnung regulatorischer Eigenkapitalanforderungen für Kreditrisiken. Er bildet neben dem Advanced Internal Ratings Based Approach einen der beiden IRB-Ansätze, die im Rahmen von Basel II eingeführt und durch Basel III reformiert wurden. Der FIRB-Ansatz ermöglicht es Kreditinstituten, für bestimmte Exposures interne Schätzungen der Ausfallwahrscheinlichkeit zu verwenden, während andere Risikoparameter durch aufsichtlich vorgegebene Werte festgelegt werden. Die rechtliche Grundlage findet sich in der Capital Requirements Regulation, insbesondere in den Artikeln 142 bis 191. Die Anwendung des FIRB-Ansatzes erfordert eine aufsichtliche Genehmigung und unterliegt strengen Mindestanforderungen an Datenqualität, Ratingverfahren und Governance.

 

Vorkommen und Verwendung

Institute, die den FIRB-Ansatz anwenden, schätzen eigenständig die Probability of Default für ihre Kreditnehmer und berechnen die effektive Laufzeit. Für die Parameter Loss Given Default und Exposure at Default verwenden sie hingegen standardisierte aufsichtliche Vorgaben. Die Kernanwendungsbereiche umfassen:

  • Unternehmenskredite an Corporates, sofern das Institut nicht zum Advanced-Ansatz zugelassen ist
  • Exposures gegenüber Kreditinstituten und Finanzunternehmen
  • Staatsexposures und Exposures gegenüber öffentlichen Stellen
  • Specialised Lending in bestimmten Segmenten wie Projektfinanzierungen, Objektfinanzierungen oder gewerblichen Immobilienfinanzierungen

Basel III hat den Anwendungsbereich des FIRB-Ansatzes eingeschränkt. Für große Unternehmen mit konsolidierten Jahresumsätzen über 750 Millionen Euro sowie für Finanzinstitute ist der AIRB-Ansatz nicht mehr zulässig, sodass diese Exposures zwingend nach dem Foundation-Ansatz zu behandeln sind. Für Retailexposures steht ausschließlich der AIRB-Ansatz zur Verfügung.

 

Relevanz

Der FIRB-Ansatz stellt einen Kompromiss zwischen dem Standardansatz und dem vollständig modellbasierten AIRB-Ansatz dar. Er ermöglicht eine risikosensitivere Kapitalunterlegung als der Standardansatz, ohne dass Institute alle Risikoparameter selbst schätzen müssen. Dies erleichtert den Zugang zu IRB-Methoden für Institute mit begrenzten Datenbeständen oder Modellierungskapazitäten. Die Basel-III-Reformen haben den FIRB-Ansatz als verpflichtenden Ansatz für bestimmte Low-Default-Portfolios etabliert, bei denen die Modellierung von LGD und EAD als nicht hinreichend robust eingeschätzt wird.

 

Synonyme und verwandte Begriffe

  • F-IRB: Kurzform für Foundation Internal Ratings Based Approach
  • AIRB: Advanced Internal Ratings Based Approach, erweiterte Variante mit vollständiger Parameterestimation
  • IRB-Basisansatz: Deutsche Bezeichnung für den Foundation-Ansatz
  • PD: Probability of Default, vom Institut zu schätzender Parameter
  • LGD: Loss Given Default, aufsichtlich vorgegebener Parameter im F-IRB
  • EAD: Exposure at Default, aufsichtlich vorgegebener Parameter im F-IRB

 

Weitere Informationen

Rechtsgrundlagen finden sich in der Verordnung (EU) Nr. 575/2013, Artikel 142 bis 191. Technische Standards der EBA konkretisieren Anforderungen an PD-Schätzung, Ratingsysteme und Validierung. Das Basel Committee on Banking Supervision veröffentlicht im Basel Framework detaillierte Vorgaben zum IRB-Ansatz.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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