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Financial Inclusion Global Initiative (FIGI)

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Definition des Begriffs

FIGI steht für Financial Instrument Global Identifier und bezeichnet eine standardisierte Kennung zur eindeutigen Identifikation von Finanzinstrumenten. Der Begriff wird im Deutschen häufig als globaler Finanzinstrumenten Identifikator verstanden. FIGI ist kein Handelsplatzcode und keine regulatorische Meldepflicht, sondern ein Identifikationsverfahren für Wertpapiere, Derivate, Indizes, Währungen und weitere handelbare Instrumente. Die Kennung wurde ursprünglich im Umfeld von Bloomberg entwickelt und später als offener Standard der Object Management Group veröffentlicht. Sie dient dazu, Instrumente über Datenanbieter, Handelssysteme und interne Bestandsführungen hinweg konsistent zu referenzieren. Dadurch entsteht eine gemeinsame Datensprache für Märkte, Systeme und Organisationen.

 

Vorkommen und Verwendung

FIGIs kommen vor allem in Marktdaten, Wertpapierstammdaten, Portfoliodaten und Schnittstellen zwischen Finanzdienstleistern vor. Eine FIGI besteht aus zwölf alphanumerischen Zeichen. Sie enthält keine sprechenden Informationen über Emittent, Markt oder Instrumententyp, sondern funktioniert als neutraler Schlüssel. Die Zuordnung erfolgt über Referenzdaten, die das Instrument beschreiben. Je nach Datenmodell können mehrere FIGIs für unterschiedliche Ausprägungen eines Instruments bestehen, etwa für Handelsplatz, Währung oder Preisquelle.

Typische Einsatzbereiche sind:

  1. Abgleich von Instrumenten zwischen Datenquellen
  2. Vermeidung von Dubletten in Stammdatensystemen
  3. Verknüpfung von Kursdaten, Transaktionen und Beständen
  4. Unterstützung automatisierter Datenprozesse in Handel, Risikomanagement und Reporting

 

Relevanz

Die Relevanz von FIGI liegt in der Datenkonsistenz. Finanzinstrumente können je nach Handelsplatz, Währung, Börsensegment oder Datenanbieter unterschiedlich benannt werden. Eine einheitliche Kennung reduziert Zuordnungsfehler und erleichtert die Verarbeitung großer Datenmengen. Für Banken, Vermögensverwalter, Börsen, FinTechs und Datenanbieter ist dies besonders relevant, wenn mehrere Identifikationssysteme parallel genutzt werden. FIGI ergänzt etablierte Kennungen wie ISIN oder Wertpapierkennnummer, ersetzt sie jedoch nicht. Während eine ISIN häufig die rechtliche Wertpapieremission identifiziert, kann FIGI auch handelsspezifische Ausprägungen und Marktdatenobjekte strukturieren.

 

Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe

Verwandte Begriffe sind:

  • OpenFIGI, offene Plattform zur Suche und Vergabe von FIGI Kennungen
  • ISIN, internationale Wertpapierkennnummer für Wertpapieremissionen
  • WKN, deutsche Wertpapierkennnummer
  • LEI, Kennung für Rechtsträger im Finanzmarkt
  • MIC, Code zur Identifikation von Handelsplätzen

 

Weitere Informationen

FIGI wird vor allem als technischer Referenzstandard in Datenarchitekturen verwendet. Die Einbindung erfolgt über Stammdatenprozesse, Programmierschnittstellen und Datenqualitätsregeln. Für regulatorische Meldungen bleibt entscheidend, welche Kennungen das jeweilige Meldeformat ausdrücklich verlangt. In der Praxis wird FIGI daher meist ergänzend zu rechtlich vorgeschriebenen und national etablierten Kennungen geführt.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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