Definition des Begriffs
FID steht für Fee Information Document, auf Deutsch Entgeltinformation. Es bezeichnet ein standardisiertes Informationsverfahren zur transparenten Vorabdarstellung von Entgelten für Zahlungskonten. Das Dokument richtet sich an Verbraucher und macht Kontogebühren vergleichbar, bevor ein Zahlungskonto eröffnet oder ein bestehendes Angebot bewertet wird. Rechtlich ist es im Rahmen der Payment Accounts Directive verankert, in Deutschland insbesondere im Zahlungskontengesetz. Das verbindliche Präsentationsformat und das gemeinsame Symbol beruhen auf europäischen technischen Standards.
Vorkommen und Verwendung
Zahlungsdienstleister stellen das FID für jedes angebotene Zahlungskonto bereit, das Verbrauchern zugänglich ist. Die Bereitstellung erfolgt rechtzeitig vor Vertragsschluss, in Papierform oder auf einem anderen dauerhaften Datenträger. Inhaltlich umfasst das FID vor allem:
Relevanz
Das FID erhöht die Vergleichbarkeit von Girokonten und anderen Zahlungskonten. Es unterstützt Verbraucher bei der Kostenbeurteilung und erleichtert den Wechsel zwischen Anbietern. Für Institute wirkt es als Compliance-Anforderung im Produktvertrieb, in der Preisgestaltung und in der Kundenkommunikation. Fehlerhafte, unvollständige oder nicht rechtzeitig bereitgestellte Entgeltinformationen können aufsichtsrechtliche Feststellungen auslösen. Es ersetzt keine Vertragsunterlagen, sondern ergänzt sie durch ein einheitliches, leicht wiedererkennbares Kostenraster. Die Angaben stehen in engem Zusammenhang mit der jährlichen Entgeltaufstellung, die nach Kontoeröffnung tatsächlich angefallene Kosten ausweist.
Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe
Verwandte Begriffe sind:
Weitere Informationen
Zentrale Rechtsgrundlagen sind Artikel 4 der Richtlinie 2014/92/EU, die Vorgaben zur Entgeltinformation enthält, sowie die Durchführungsverordnung (EU) 2018/34 mit technischen Standards für Aufbau, Reihenfolge, Tabellenformat, Schriftbild und Symbol. Ergänzend präzisieren nationale Vorschriften die Bereitstellungspflichten, Zuständigkeiten und Sanktionen. An der Entwicklung der technischen Standards waren die europäischen Bankenaufsichtsstrukturen beteiligt. In der Praxis wird das FID häufig gemeinsam mit Preis- und Leistungsverzeichnissen, Kontoeröffnungsunterlagen und digitalen Vergleichsdiensten genutzt.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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