Definition des Begriffs
FATCA steht für Foreign Account Tax Compliance Act. Der Rechtsakt ist ein US-Bundesgesetz und wurde 2010 als Teil des Hiring Incentives to Restore Employment Act verabschiedet. Ziel ist die Bekämpfung von Steuerhinterziehung durch US-steuerpflichtige Personen, die ausländische Finanzkonten oder Finanzanlagen nutzen. FATCA verpflichtet bestimmte US-Steuerpflichtige zur Meldung ausländischer Finanzvermögenswerte und verpflichtet ausländische Finanzinstitute zur Identifizierung und Meldung meldepflichtiger US-Konten. Die Umsetzung erfolgte schrittweise über US-Steuervorschriften, Registrierungsverfahren und zwischenstaatliche Abkommen. Der Rechtsakt wirkt damit nicht nur im US-Steuerrecht, sondern auch in operativen Compliance-Prozessen ausländischer Finanzmarktteilnehmer.
Einordnung der Relevanz
FATCA ist ein extraterritorial wirkendes Steuer-Compliance-Regime mit erheblicher Bedeutung für Banken, Investmentgesellschaften, Versicherer und andere Finanzintermediäre außerhalb der Vereinigten Staaten. Der Rechtsakt steht neben nationalem Steuerrecht, Geldwäsche-Compliance, Kundenidentifizierung und internationalen Standards zum automatischen Informationsaustausch. In vielen Staaten wird FATCA über Intergovernmental Agreements umgesetzt, die Meldewege, Zuständigkeiten und Datenschutzfragen regeln. Für europäische Finanzinstitute ist FATCA häufig Bestandteil der Kundenannahme, Bestandskundenprüfung, steuerlichen Meldeprozesse und Vertragsdokumentation. Für Finanzgruppen erfordert FATCA zudem abgestimmte Verfahren über mehrere Jurisdiktionen hinweg.
Betroffene
Betroffen sind insbesondere ausländische Finanzinstitute, Verwahrstellen, bestimmte Investmentvehikel, Lebensversicherer mit rückkaufsfähigen Produkten, Zahlstellen und Quellensteuerstellen. Erfasst werden außerdem bestimmte US-Personen mit ausländischen Finanzvermögenswerten sowie ausländische Rechtsträger, an denen US-Personen wesentliche Beteiligungen halten. Ausnahmen bestehen für bestimmte staatliche Stellen, gemeinnützige Organisationen, lokale Finanzinstitute und Altersvorsorgeeinrichtungen.
Anforderungen und Pflichten
Identifizierung und Klassifizierung
Registrierung und Dokumentation
Meldung und Quellensteuer
Weitere Informationen
Zentrale Umsetzungsinstrumente sind FATCA-Vorschriften des US-Finanzministeriums, IRS-Verfahren und zwischenstaatliche Abkommen nach Modell 1 oder Modell 2. In Modell-1-Staaten melden Finanzinstitute typischerweise an die nationale Steuerbehörde, die Informationen an die USA weiterleitet. FATCA beeinflusst weiterhin Kontoeröffnung, Steuerdokumentation, Datenqualität, Meldefristen, Auslagerungen, Kontrollsysteme und die Abstimmung zwischen Steuer-, Compliance- und IT-Funktionen.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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