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Economic Value of Equity (EVE)

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Definition des Begriffs

EVE steht für Economic Value of Equity, auf Deutsch ökonomischer Eigenkapitalwert. Der Begriff bezeichnet eine barwertorientierte Kennzahl zur Messung des Zinsänderungsrisikos im Bankbuch. Er zeigt, wie sich der wirtschaftliche Wert der zinstragenden Aktiva, Passiva und außerbilanziellen Positionen bei veränderten Zinssätzen verändert. EVE wird als Verfahren der Risikomessung und Steuerung eingesetzt und ergänzt ertragsorientierte Größen wie Net Interest Income. Rechtlich ist EVE vor allem mit den aufsichtsrechtlichen Vorgaben zum Interest Rate Risk in the Banking Book verbunden.

 

Vorkommen und Verwendung

EVE wird von Kreditinstituten, Bankengruppen und Aufsichtsbehörden verwendet. Die Berechnung erfolgt typischerweise im Rahmen der Gesamtbanksteuerung, des Asset-Liability-Managements und der internen Risikotragfähigkeitsrechnung. Institute ermitteln EVE regelmäßig, häufig monatlich oder quartalsweise, sowie anlassbezogen bei wesentlichen Marktbewegungen. Kernbereiche sind:

  1. Zahlungsströme aus Bankbuchpositionen werden nach Zinsbindung, Laufzeit und optionalen Bestandteilen modelliert.
  2. Diskontierungszinssätze bilden relevante Marktzinskurven und Währungsräume ab.
  3. Zinsszenarien erfassen Parallelverschiebungen, Drehungen und unterschiedliche Veränderungen kurzer und langer Laufzeiten.
  4. Verhaltensannahmen berücksichtigen insbesondere Einlagen ohne feste Laufzeit, vorzeitige Rückzahlungen und Kündigungsrechte.

 

Relevanz

EVE ist relevant, weil es langfristige Wertwirkungen sichtbar macht, die in periodischen Ergebnisgrößen nicht vollständig erkennbar sind. Ein negativer EVE-Schock kann anzeigen, dass steigende oder fallende Zinsen den wirtschaftlichen Wert des Eigenkapitals mindern. Aufsichtliche Prüfungen nutzen EVE zur Beurteilung, ob Zinsänderungsrisiken angemessen identifiziert, gemessen, begrenzt und mit Kapital unterlegt werden. Überschreitungen interner Limite oder aufsichtsrechtlicher Schwellen können Analysen, Maßnahmenpläne, Anpassungen der Bilanzstruktur oder zusätzliche Eigenmittelanforderungen auslösen. EVE steht in enger Verbindung zu Duration, Barwert, Basisrisiko, Optionsrisiko und Modellrisiko.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

Ein vereinfachtes Beispiel: Steigt die Zinskurve abrupt, sinkt der Barwert eines festverzinslichen Kreditportfolios, wenn dessen Zahlungsströme langfristig gebunden sind. Gleichzeitig kann der Barwert stabiler Einlagen steigen, wenn deren Verzinsung nur verzögert angepasst wird. Verwandte Begriffe sind:

  • Economic Value, wirtschaftlicher Barwert der relevanten Bankbuchpositionen.
  • IRRBB, Zinsänderungsrisiko im Bankbuch.
  • NII-at-risk, mögliche Veränderung des Nettozinsertrags unter Zinsszenarien.
  • Basis-Point-Value, Sensitivität des Barwerts bei kleinen Zinsänderungen.

 

Weitere Informationen

Weitere Informationen ergeben sich aus Artikel 84 und 98 der Eigenkapitalrichtlinie, Baseler Standards, europäischen Leitlinien und nationalen aufsichtlichen Anforderungen. EVE wird häufig zusammen mit Stresstests, Szenarioanalysen, Modellvalidierungen und Limitberichten betrachtet. Entscheidend sind vollständige Daten, konsistente Bewertungsmethoden und dokumentierte Annahmen, weil kleine Modelländerungen die Barwerte spürbar beeinflussen können.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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