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European Venture Capital Funds (EuVECA)

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Definition des Begriffs

European Venture Capital Funds, kurz EuVECA, bezeichnet europäische Risikokapitalfonds mit einem unionsweit geregelten Registrierungs- und Vertriebsrahmen. Es handelt sich um keine einzelne Fondsgattung des Zivilrechts, sondern um ein regulatorisches Verfahren zur Nutzung der Bezeichnung EuVECA und zum grenzüberschreitenden Vertrieb entsprechender alternativer Investmentfonds. Die rechtliche Grundlage bildet die Verordnung (EU) Nr. 345/2013 über Europäische Risikokapitalfonds, die seit dem 22. Juli 2013 anwendbar ist und später angepasst wurde. Ziel ist die Finanzierung junger, innovativer und wachstumsorientierter Unternehmen durch spezialisiertes Risikokapital.

 

Vorkommen und Verwendung

EuVECA kommt bei Managern alternativer Investmentfonds vor, die Risikokapitalfonds in der Europäischen Union auflegen und vertreiben. Das Verfahren betrifft registrierte Verwalter unterhalb der regulären AIFM-Schwellenwerte sowie bestimmte zugelassene AIFM, sofern die Anforderungen erfüllt werden. Ein qualifizierter EuVECA-Fonds muss einen wesentlichen Teil seines Kapitals in qualifizierte Portfoliounternehmen investieren.

Kernbereiche sind:

  • Registrierung des Fondsmanagers bei der zuständigen nationalen Behörde
  • Einhaltung der Anlagegrenzen für qualifizierte Risikokapitalinvestitionen
  • Vorgaben zu Interessenkonflikten, Bewertung und Risikomanagement
  • Informationspflichten gegenüber Anlegern
  • Nutzung des europäischen Vertriebspasses für zulässige Anlegergruppen

 

Relevanz

EuVECA erleichtert den Zugang kleiner und mittlerer Wachstumsunternehmen zu Eigenkapital. Für Fondsmanager schafft das Regime einen einheitlichen europäischen Rahmen, ohne dass in jedem Mitgliedstaat ein vollständig separates Vertriebsverfahren erforderlich ist. Für Anleger erhöht EuVECA die Vergleichbarkeit, weil Anlagepolitik, Kosten, Risiken und Auswahlkriterien offengelegt werden müssen. Der Begriff ist besonders relevant für Venture-Capital-Fonds, Start-up-Finanzierung, Innovationsfinanzierung und private Kapitalmärkte. Zugleich bleibt EuVECA ein reguliertes Label: Die Bezeichnung darf nur verwendet werden, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen eingehalten werden.

 

Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe

Verwandte Begriffe sind:

  • Venture Capital, Eigenkapitalfinanzierung junger Wachstumsunternehmen
  • AIF, alternativer Investmentfonds außerhalb klassischer OGAW-Strukturen
  • AIFM, Verwalter alternativer Investmentfonds
  • EuSEF, europäischer Fonds für soziales Unternehmertum
  • Vertriebspass, grenzüberschreitende Vermarktung innerhalb der EU

 

Weitere Informationen

Die zuständigen nationalen Behörden überwachen Registrierung, Informationspflichten und laufende Anforderungen. ESMA führt ein zentrales Register der registrierten EuVECA-Manager und EuVECA-Fonds. Wichtige Prüfpunkte sind qualifizierte Anlagen, Anlegerkreis, Mindestzeichnung, Hebelfinanzierung, Verwahrstellenregelungen und Transparenzangaben. EuVECA steht im Zusammenhang mit der AIFM-Richtlinie, nationalem Investmentrecht und der europäischen Kapitalmarktunion.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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