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European Reporting Framework (ERF)

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Definition des Begriffs

ERF bezeichnet das European Reporting Framework, auf Deutsch Europäischer Melderahmen. Es war ein strategisches Langfristprojekt des Europäischen Systems der Zentralbanken zur Harmonisierung und Integration bankbezogener Meldedaten. Ziel war ein einheitlicher primärer Melderahmen, über den Banken Daten für statistische Zwecke und perspektivisch für aufsichtliche Anforderungen strukturiert bereitstellen. Die rechtliche Einordnung knüpfte an die Statistikaufgaben des Europäischen Systems der Zentralbanken an, insbesondere an die Befugnis zur Erhebung statistischer Informationen. Das ERF wurde nicht als eigenständiger EU-Rechtsakt umgesetzt. Inhaltlich ging es später im Integrated Reporting Framework auf.

 

Vorkommen und Verwendung

Das Verfahren betraf vor allem Meldedaten von Banken an nationale Zentralbanken und, in einer erweiterten Perspektive, an nationale Aufsichtsbehörden. Es setzte bei bestehenden Berichtspflichten an und sollte Datenanforderungen über Länder und Meldebereiche hinweg vereinheitlichen.

Kernbereiche waren:

  1. statistische Bankmeldungen, etwa Bilanzstatistiken, Zinsstatistiken und Wertpapierdaten,
  2. granulare Kreditdaten, insbesondere im Umfeld von AnaCredit,
  3. Zahlungsbilanz, volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen und nationale Kreditregister,
  4. perspektivisch aufsichtliche Meldungen wie FINREP und COREP.

 

Relevanz

Das ERF zielte auf geringere Redundanzen, konsistentere Datenbegriffe und eine niedrigere Meldebelastung. Für Institute war die Idee relevant, weil identische oder ähnliche Informationen nicht mehrfach in unterschiedlichen Vorlagen gemeldet werden sollten. Für Zentralbanken und Aufsichtsbehörden standen höhere Datenqualität, bessere Vergleichbarkeit und eine effizientere Weiterverarbeitung im Vordergrund. Der Ansatz prägte die spätere Entwicklung integrierter Melderahmen in Europa.

 

Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe

Verwandte Begriffe sind:

  • Primary Reporting Framework, Bezeichnung für den primären Melderahmen zur regelmäßigen Datenübermittlung.
  • Output Layer, Schicht für harmonisierte Meldedaten an Behörden.
  • Input Layer, granular definierte Datenbasis in den internen Systemen der Banken.
  • BIRD, Banks’ Integrated Reporting Dictionary, Datenwörterbuch zur fachlichen Standardisierung von Meldedaten.
  • IReF, Integrated Reporting Framework, Nachfolger und Weiterentwicklung für statistische Bankmeldungen im Euroraum.

 

Weitere Informationen

Relevante Grundlagen sind Artikel 5 der Satzung des Europäischen Systems der Zentralbanken und der Europäischen Zentralbank sowie die Verordnung zur Erhebung statistischer Informationen. Fachlich berührt das ERF die Schnittstellen zwischen Statistik, Aufsicht und Datenmanagement. Die praktische Weiterentwicklung erfolgt heute über integrierte Meldeinitiativen, insbesondere IReF, BIRD und die europäische Koordination von statistischem und aufsichtlichem Reporting.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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