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European Post-Trade Forum (EPTF)

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Definition des Begriffs

EPTF steht für European Post Trade Forum, auf Deutsch Europäisches Forum für Nachhandelsfragen. Der Begriff bezeichnet ein von der Europäischen Kommission eingerichtetes Expertengremium zur Analyse von Hindernissen im europäischen Nachhandelsbereich. Nachhandel umfasst Prozesse nach Abschluss eines Wertpapiergeschäfts, insbesondere Clearing, Abwicklung, Verwahrung, Sicherheitenverwaltung und damit verbundene Datenflüsse. Das Forum wurde 2016 im Rahmen der Kapitalmarktunion eingerichtet und legte 2017 einen Bericht mit priorisierten Reformfeldern vor. Rechtlich handelte es sich nicht um einen verbindlichen Rechtsakt, sondern um ein konsultatives Verfahren zur Vorbereitung politischer und regulatorischer Maßnahmen. Die Betrachtung zielte auf Barrieren, die nicht durch eine einzelne Marktpartei gelöst werden können, etwa uneinheitliche nationale Anforderungen, fehlende Standards oder komplexe Abstimmungen zwischen Infrastruktur, Aufsicht und Marktteilnehmern.

 

Vorkommen und Verwendung

Das EPTF wurde von der Europäischen Kommission koordiniert. Beteiligt waren Marktinfrastrukturen, Banken, Verwahrstellen, Zentralverwahrer, Investoren, Emittenten, Branchenverbände und öffentliche Stellen. Die Arbeit bezog sich vor allem auf grenzüberschreitende Wertpapiertransaktionen im EU-Binnenmarkt.

Zentrale Prüffelder waren:

  • rechtliche und operative Hindernisse bei der Wertpapierabwicklung,
  • Unterschiede bei Gesellschaftsrecht, Insolvenzrecht und Wertpapierverwahrung,
  • Quellensteuerverfahren und steuerliche Nachweise,
  • Marktstandards für Kapitalmaßnahmen und Hauptversammlungen,
  • Effizienz von Sicherheiten und Datenprozessen.

 

Relevanz

Das EPTF ist für die Entwicklung der europäischen Kapitalmarktunion relevant, weil Nachhandelsprozesse die Kosten, Risiken und Skalierbarkeit von Wertpapiergeschäften beeinflussen. Fragmentierte Regeln können grenzüberschreitende Investitionen erschweren und die Nutzung einheitlicher Marktinfrastrukturen begrenzen. Die Ergebnisse des Forums dienten als Orientierung für weitere Arbeiten zu Post-Trade-Harmonisierung, TARGET2-Securities, Zentralverwahrer-Regulierung und steuerlichen Vereinfachungen. Für Institute und Marktinfrastrukturen ergeben sich daraus mittelbare Auswirkungen auf operative Prozesse, Vertragsstandards, Schnittstellen, Meldeketten und Risikokontrollen.

 

Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe

  • Post-Trade, Sammelbegriff für Prozesse nach dem Handelsabschluss.
  • Clearing, Ermittlung und Absicherung gegenseitiger Verpflichtungen.
  • Settlement, Lieferung von Wertpapieren gegen Zahlung.
  • CSD, Zentralverwahrer für Wertpapiere und Abwicklungsdienstleistungen.
  • T2S, europäische Plattform für die Wertpapierabwicklung in Zentralbankgeld.

 

Weitere Informationen

Das EPTF steht im Zusammenhang mit der Kapitalmarktunion, der Verordnung über Zentralverwahrer, MiFID II, EMIR sowie europäischen Arbeiten zur Harmonisierung von Marktinfrastrukturen. Wichtig ist die Abgrenzung zu einer Aufsichtsbehörde, da das Forum keine Genehmigungen erteilt, keine Sanktionen verhängt und keine unmittelbar verbindlichen Pflichten schafft. Seine Ergebnisse werden vor allem als fachliche Grundlage für politische Folgeinitiativen und technische Standardisierung genutzt.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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