Definition des Begriffs
European Payments Initiative, (EPI) bezeichnet eine privatwirtschaftliche europäische Zahlungsinitiative und das dahinterstehende Scheme-Verfahren zur Entwicklung von Wero, einer digitalen Wallet und kontobasierten Zahlungslösung. Die Initiative wurde 2020 von europäischen Banken und Zahlungsdienstleistern gestartet. Sie zielt darauf, Echtzeitzahlungen, Kartenersatzfunktionen und digitale Bezahlprozesse grenzüberschreitend nutzbar zu machen. Eine eigenständige hoheitliche Rechtsgrundlage besteht nicht. Maßgeblich sind der Zahlungsdiensterahmen der EU, SEPA Instant Credit Transfer, geldwäscherechtliche Anforderungen, Datenschutzrecht und die technische Regelsetzung des Zahlungsverkehrs.
Vorkommen und Verwendung
EPI kommt in Zahlungsverkehrsstrategien von Banken, Acquirern, Händlern und Zahlungsdienstleistern vor. Die operative Nutzung erfolgt über Wero, entweder in teilnehmenden Banking-Apps oder als eigenständige Anwendung. Der Rollout begann 2024 in ersten europäischen Märkten und soll weitere Nutzungsszenarien erfassen:
Relevanz
Die Relevanz liegt in der Fragmentierung des europäischen Retail-Payment-Marktes. EPI soll ein einheitliches europäisches Akzeptanznetz und eine Alternative zu national begrenzten Verfahren sowie internationalen Kartensystemen schaffen. Für Institute berührt EPI Produktstrategie, technische Anbindung, Kundenschnittstellen, Betrugsprävention und Compliance. Für Händler kann die Initiative zusätzliche Akzeptanzoptionen, sofortige Zahlungsauslösung und vereinfachte grenzüberschreitende Nutzung bedeuten. Die tatsächliche Marktbedeutung hängt von Reichweite, Interoperabilität, Entgeltmodell und Verbraucherakzeptanz ab.
Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe
Weitere Informationen
EPI steht im Zusammenhang mit der europäischen Instant-Payment-Verordnung, der Zahlungsdiensteaufsicht, der Umsetzung starker Kundenauthentifizierung und den Regeln des European Payments Council. Beteiligt sind Banken, Zahlungsdienstleister, Acquirer und technische Dienstleister. Regulatorisch relevant bleiben Auslagerungssteuerung, IT-Sicherheit, Datenschutz, Betrugsüberwachung, Geldwäscheprävention und Verbraucherschutz. Das Verfahren erfordert keine Teilnahme aller Kreditinstitute. Relevante Pflichten entstehen vor allem aus bestehenden Verträgen, Scheme Rules, Aufsichtsanforderungen und technischen Sicherheitsvorgaben.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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