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Elektronischer Massenzahlungsverkehr (EMZ)

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Definition des Begriffs

Der Elektronische Massenzahlungsverkehr (EMZ) ist eine von der Deutschen Bundesbank betriebene Zahlungsverkehrsplattform zur kostengünstigen Abwicklung nicht eilbedürftiger Zahlungen im Interbankenbereich. Der EMZ wurde Anfang der 1970er Jahre eingeführt und ist als Gironetz für den bargeldlosen Massenzahlungsverkehr konzipiert. Wesentliches Merkmal ist die Dateiorientierung bei der Einlieferung, Verarbeitung und Auslieferung von Zahlungsaufträgen. Der EMZ ergänzt die Zahlungsverkehrsplattformen der privatwirtschaftlichen Finanzverbünde und gewährleistet durch seine Bruttoabwicklung, dass für Zahlungsempfänger kein Kreditrisiko besteht.

 

Vorkommen und Verwendung

Der EMZ umfasst zwei technisch unabhängige Komponenten:

SEPA-Clearer: Verarbeitung auf Euro lautender nationaler und grenzüberschreitender SEPA-Überweisungen, SEPA-Lastschriften und SEPA-Kartenzahlungen

Scheckabwicklungsdienst: Verarbeitung von Euro-Scheckzahlungen zwischen im Inland ansässigen Kreditinstituten

Rund 700 Kreditinstitute und sonstige Kontoinhaber der Bundesbank, beispielsweise öffentliche Verwaltungen, nutzen den EMZ und reichen arbeitstäglich rund 9 bis 10 Millionen Aufträge im Gegenwert von etwa 8 Milliarden Euro ein. Die Aufteilung beträgt circa 40 Prozent Überweisungsaufträge und 60 Prozent Einzugsaufträge, insbesondere Lastschriften und umgewandelte Schecks.

Die Datenübertragung erfolgt über zwei Kommunikationsverfahren:

  • SWIFTNet-FileAct (seit 9. Januar 2006)
  • EBICS, Electronic Banking Internet Communication Standard (seit 26. Januar 2009)

Die Verrechnung erfolgt auf Basis der einzelnen Dateisummen auf Konten in TARGET2 nach dem Bruttoprinzip.

 

Relevanz

Der EMZ ist ein systemrelevantes Massenzahlungsverkehrssystem im deutschen und europäischen Zahlungsverkehr. Seit 2003 hat die Bundesbank das ursprünglich nationale Clearingverfahren für grenzüberschreitende Zahlungen ins europäische Ausland geöffnet, unter anderem durch Kooperationen mit anderen europäischen Automated Clearing Houses (ACH). Diese Interoperabilität gewährleistet eine europaweite flächendeckende Erreichbarkeit.

Die Deutsche Bundesbank ist zuständig für die Überwachung des von ihr betriebenen EMZ. Das System ermöglicht eine wettbewerbsneutrale, kostengünstige Alternative zu privatwirtschaftlichen Zahlungsverkehrsplattformen und trägt zur Stabilität und Effizienz des deutschen und europäischen Zahlungsverkehrs bei. Anders als TARGET2, das für zeitkritische Großbetragszahlungen konzipiert ist, fokussiert sich der EMZ auf Standardzahlungen ohne besondere zeitliche Priorität.

 

Besonderheiten

  • Bruttoabwicklung ohne Kreditrisiko für Zahlungsempfänger
  • Dateiorientierte Verarbeitung von Massenzahlungen
  • Wettbewerbsneutrale, öffentliche Infrastruktur
  • Interoperabilität mit europäischen Clearing-Systemen
  • Unterstützung von SEPA-Standards für einheitlichen europäischen Zahlungsverkehr
  • Niedrigere Kosten im Vergleich zu TARGET2-Echtzeitverarbeitung

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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