Definition des Begriffs
EMS steht für European Monetary System, auf Deutsch Europäisches Währungssystem. Es bezeichnet einen währungspolitischen Koordinierungsrahmen der damaligen Europäischen Gemeinschaft, der 1979 in Kraft trat. Ziel war es, Wechselkursschwankungen zwischen den teilnehmenden europäischen Währungen zu begrenzen und monetäre Stabilität im Binnenmarkt zu fördern. Zentrale Elemente waren der Wechselkursmechanismus, die Europäische Währungseinheit ECU als Rechnungseinheit und gegenseitige Interventionsverpflichtungen der Zentralbanken. Das EMS war kein einzelner Rechtsakt, sondern ein institutionell und vertraglich eingebettetes Verfahren der geld- und wechselkurspolitischen Zusammenarbeit. Es bildete einen wichtigen Vorläufer der Wirtschafts- und Währungsunion sowie des Euro.
Vorkommen und Verwendung
Das EMS wurde von Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft und ihren Zentralbanken genutzt. Die Teilnahme konzentrierte sich auf Währungen, die innerhalb festgelegter Bandbreiten gegenüber bilateralen Leitkursen stabil gehalten werden sollten. Praktische Anwendung fand das Verfahren vor allem im Europäischen Wechselkursmechanismus.
Kernbereiche waren:
Relevanz
Das EMS stabilisierte die Wechselkursbeziehungen in Europa und unterstützte die wirtschaftliche Integration vor der Einführung des Euro. Für Finanzmärkte war es relevant, weil Wechselkursrisiken, Zinsdifferenzen, Kapitalbewegungen und Absicherungsstrategien stärker an europäischen Bandbreiten ausgerichtet wurden. Gleichzeitig zeigte das System Grenzen fester, aber anpassbarer Wechselkurse. Währungskrisen Anfang der 1990er Jahre führten zu Austritten, Abwertungen und erweiterten Bandbreiten. Diese Erfahrungen beeinflussten die spätere Gestaltung der Wirtschafts- und Währungsunion, insbesondere die Bedeutung wirtschaftlicher Konvergenz, stabiler Institutionen und gemeinsamer geldpolitischer Regeln.
Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe
Weitere Informationen
Relevante Bezugspunkte sind die Beschlüsse des Europäischen Rates von Bremen und Brüssel 1978, der Start des Systems 1979 sowie die späteren Verträge zur Wirtschafts- und Währungsunion. Das EMS endete funktional mit der dritten Stufe der Währungsunion und der Einführung des Euro als Buchgeld 1999. Der ERM II führt den Stabilitätsgedanken für Beitrittskandidaten zum Euro fort.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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