Definition des Begriffs
ELTIF steht für European Long-term Investment Fund, auf Deutsch europäischer langfristiger Investmentfonds. Der Begriff bezeichnet einen regulierten EU-Fondstyp und das zugehörige Produktzulassungs- und Vertriebsverfahren für langfristige Anlagen in Sachwerte, Infrastruktur, Private Equity, private Schuldtitel und andere illiquide Vermögenswerte. ELTIF sind alternative Investmentfonds und dürfen nur von zugelassenen Verwaltern alternativer Investmentfonds verwaltet werden. Die rechtliche Grundlage bildet die Verordnung (EU) 2015/760, geändert durch die Verordnung (EU) 2023/606. Die Verordnung trat 2015 in Kraft, die überarbeiteten Regeln gelten seit dem 10. Januar 2024. Ziel ist ein einheitlicher Rahmen für langfristige Kapitalanlage und grenzüberschreitenden Vertrieb innerhalb der Europäischen Union.
Vorkommen und Verwendung
ELTIF kommen im Asset Management, in der Vermögensverwaltung und im Vertrieb alternativer Anlagen vor. Sie können an professionelle Anleger und, unter zusätzlichen Schutzvorgaben, auch an Kleinanleger vertrieben werden. Typische Einsatzfelder sind:
Der Vertrieb nutzt regelmäßig den europäischen Pass, wenn Fonds, Verwalter und Vertriebsverfahren die regulatorischen Voraussetzungen erfüllen.
Relevanz
ELTIF sind für Kapitalmarktunion und Realwirtschaft relevant, weil sie langfristiges privates Kapital in Projekte mit längeren Investitionszyklen lenken sollen. Für Anleger entsteht Zugang zu Anlageklassen, die sonst häufig institutionellen Investoren vorbehalten sind. Zugleich bestehen besondere Risiken, etwa geringe Handelbarkeit, lange Laufzeiten, Bewertungsunsicherheiten und Konzentrationsrisiken. Für Anbieter sind Produktgenehmigung, Anlagegrenzen, Risikomanagement, Verwahrstelle, Offenlegung und Geeignetheitsprüfung zentrale Steuerungsfelder.
Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe
Verwandte Begriffe sind:
Weitere Informationen
Weitere Informationen finden sich in den Artikeln der ELTIF-Verordnung zu zulässigen Anlagevermögenswerten, Portfoliozusammensetzung, Rücknahmen, Interessenkonflikten, Transparenz und Vertrieb. Die Reform von 2023 lockerte einzelne Diversifizierungs- und Anlagegrenzen, stärkte die praktische Nutzbarkeit und passte Regeln für Kleinanleger an. Aufsichtliche Rollen liegen bei den national zuständigen Behörden, bei Fondsverwaltungen und bei europäischen Koordinierungsstrukturen. Technische Auslegungen betreffen insbesondere Rücknahmemechanismen, Mindesthaltedauern, Liquiditätsmanagement und Kostenangaben. Für Kleinanleger sind klare Produktinformationen, Kostenangaben und ein Vertrieb über beaufsichtigte Stellen besonders wichtig.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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