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Emergency Liquidity Assistance (ELA)

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Definition des Begriffs

Emergency Liquidity Assistance, auf Deutsch Notfall-Liquiditätshilfe, bezeichnet ein Verfahren, bei dem eine nationale Zentralbank im Eurosystem einem solventen Finanzinstitut vorübergehend Zentralbankliquidität bereitstellt, wenn dieses Institut keinen ausreichenden Zugang zu marktbasierter Finanzierung oder zu regulären geldpolitischen Refinanzierungsgeschäften hat. ELA ist kein geldpolitisches Standardinstrument, sondern eine außerordentliche Liquiditätsmaßnahme zur Wahrung der Finanzstabilität. Die rechtliche Grundlage ergibt sich aus dem Statut des Europäischen Systems der Zentralbanken und der Europäischen Zentralbank, insbesondere aus der Abgrenzung zwischen nationalen Zentralbankaufgaben und gemeinsamer Geldpolitik. Die Europäische Zentralbank kann ELA beschränken, wenn sie mit den Zielen und Aufgaben des Eurosystems kollidiert.

 

Vorkommen und Verwendung

ELA wird von der zuständigen nationalen Zentralbank initiiert und finanziert. Sie richtet sich typischerweise an Banken, die kurzfristig illiquide, aber weiterhin solvent sind. Die Inanspruchnahme erfolgt anlassbezogen und nicht in einem festen Rhythmus. Zentrale Prüffelder sind:

  • Solvenz des Instituts und tragfähiges Geschäftsmodell
  • ausreichende, bewertbare Sicherheiten
  • Höhe, Laufzeit und Zweck der Liquidität
  • Auswirkungen auf Geldpolitik, Marktordnung und Finanzstabilität
  • Informationspflichten gegenüber der Europäischen Zentralbank

 

Relevanz

ELA ist für Banken und Aufsichtsbehörden relevant, weil sie eine akute Liquiditätskrise begrenzen kann, ohne automatisch eine Insolvenz oder Abwicklung auszulösen. Zugleich verändert ELA nicht die grundlegende Verantwortung eines Instituts für ein belastbares Liquiditätsrisikomanagement. Die Maßnahme kann mit Aufsichtsentscheidungen, Sanierungsplänen, Abwicklungsprüfungen und bankaufsichtlichen Sondermaßnahmen verknüpft sein. Für das Eurosystem ist ELA bedeutsam, weil nationale Liquiditätshilfen die gemeinsame Geldpolitik, die Risikoverteilung und das Vertrauen in den Bankensektor berühren können.

 

Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe

  • Notfall-Liquiditätshilfe: deutsche Bezeichnung für Emergency Liquidity Assistance
  • Lender of last resort: Funktion einer Zentralbank als letzte Liquiditätsquelle
  • Monetary policy operations: reguläre geldpolitische Refinanzierungsgeschäfte des Eurosystems
  • Solvenz: Fähigkeit eines Instituts, seine Verpflichtungen dauerhaft zu erfüllen
  • Liquidität: Fähigkeit, fällige Zahlungsverpflichtungen fristgerecht zu bedienen

 

Weitere Informationen

Wichtige Bezugspunkte sind das ESZB/EZB-Statut, interne Eurosystem-Regeln zur ELA-Kommunikation, das europäische Bankenaufsichtsrecht und die Anforderungen an Liquiditätsrisiken. Bei bedeutenden Instituten besteht ein enger Zusammenhang mit der Aufsicht durch den Einheitlichen Aufsichtsmechanismus. In Krisensituationen können außerdem Sanierungs- und Abwicklungsrahmen, Einlagensicherung sowie staatliche Stabilisierungsmaßnahmen eine Rolle spielen. Die Ausgestaltung bleibt stets einzelfallbezogen und risikoorientiert.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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