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Electronic Invoice Presentment and Payment (EIPP)

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Definition des Begriffs

EIPP steht für Electronic Invoice Presentment and Payment, auf Deutsch elektronische Rechnungspräsentation und Zahlung. Der Begriff bezeichnet ein digitales Verfahren, bei dem Rechnungen elektronisch bereitgestellt, geprüft, freigegeben und bezahlt werden. EIPP verbindet Elemente aus E-Invoicing, Zahlungsverkehr, Forderungsmanagement und Kundenkommunikation. Rechtlich ist EIPP kein einheitlicher europäischer Rechtsakt, sondern ein Verfahrensbegriff, der in nationale Vorgaben zur elektronischen Rechnung, zu Zahlungsdiensten, zum Datenschutz, zur Archivierung und zur Geldwäscheprävention eingebettet sein kann. Die konkrete Ausgestaltung hängt vom Geschäftsmodell, vom Rechnungsformat und vom genutzten Zahlungskanal ab.

 

Vorkommen und Verwendung

EIPP wird vor allem von Unternehmen, Banken, Zahlungsdienstleistern, öffentlichen Stellen und Plattformbetreibern genutzt. Das Verfahren kommt im Geschäftskundenverkehr, im Massengeschäft mit Verbrauchern und bei wiederkehrenden Rechnungen vor. Typische Anwendungsfelder sind Versorgungsleistungen, Telekommunikation, Versicherungen, Leasing, Handel und öffentliche Gebühren.

Kernbereiche sind:

  1. Rechnungsbereitstellung
    Rechnungsdaten werden strukturiert oder als Dokument über ein Portal, eine Schnittstelle oder ein Bankingsystem angezeigt.
  2. Prüfung und Freigabe
    Empfänger kontrollieren Beträge, Fälligkeiten, Vertragsbezüge und steuerliche Pflichtangaben.
  3. Zahlungsauslösung
    Die Zahlung erfolgt häufig über Überweisung, Lastschrift, Karte, Instant Payment oder integrierte Payment-Links.
  4. Abstimmung und Archivierung
    Zahlungseingänge werden mit offenen Posten abgeglichen und revisionssicher aufbewahrt.

 

Relevanz

EIPP reduziert Medienbrüche zwischen Rechnungsstellung und Zahlung. Für Rechnungssteller verbessert das Verfahren Liquiditätsplanung, Zahlungstransparenz und Mahnprozesse. Für Rechnungsempfänger erleichtert es Kontrolle, Freigabe und fristgerechte Zahlung. Im Finanzmarkt ist EIPP relevant, weil Zahlungsdienstleister technische Schnittstellen, sichere Authentifizierung, Betrugsprävention und Verarbeitung personenbezogener Daten organisieren müssen. Bei regulierten Instituten bestehen zusätzliche Anforderungen an Auslagerungssteuerung, operationale Resilienz und Informationssicherheit. Zudem unterstützt EIPP automatisierte Kontenabstimmung, standardisierte Referenzen und nachvollziehbare Zahlungsfreigaben in internen Kontrollsystemen.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

Verwandte Begriffe sind:

  • E-Invoicing, elektronische Erstellung und Übermittlung strukturierter Rechnungsdaten.
  • EBPP, Electronic Bill Presentment and Payment, häufig für Verbraucherrechnungen verwendet.
  • Request to Pay, digitale Zahlungsaufforderung vor Auslösung einer Zahlung.
  • Straight Through Processing, automatisierte Verarbeitung ohne manuelle Zwischenschritte.

 

Weitere Informationen

EIPP berührt je nach Ausgestaltung Vorgaben aus Umsatzsteuerrecht, Handelsrecht, Zahlungsdiensteaufsicht, Datenschutzrecht und IT-Sicherheitsanforderungen. Bei grenzüberschreitenden Verfahren sind Interoperabilität, Datenformate, Identitätsprüfung und Nachweisbarkeit der Freigabe zentrale Aspekte. Relevant sind außerdem Aufbewahrungsfristen, Protokollierung, Rollenrechte und Notfallprozesse für Systemstörungen.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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