Definition des Begriffs
EIPP steht für Electronic Invoice Presentment and Payment, auf Deutsch elektronische Rechnungspräsentation und Zahlung. Der Begriff bezeichnet ein digitales Verfahren, bei dem Rechnungen elektronisch bereitgestellt, geprüft, freigegeben und bezahlt werden. EIPP verbindet Elemente aus E-Invoicing, Zahlungsverkehr, Forderungsmanagement und Kundenkommunikation. Rechtlich ist EIPP kein einheitlicher europäischer Rechtsakt, sondern ein Verfahrensbegriff, der in nationale Vorgaben zur elektronischen Rechnung, zu Zahlungsdiensten, zum Datenschutz, zur Archivierung und zur Geldwäscheprävention eingebettet sein kann. Die konkrete Ausgestaltung hängt vom Geschäftsmodell, vom Rechnungsformat und vom genutzten Zahlungskanal ab.
Vorkommen und Verwendung
EIPP wird vor allem von Unternehmen, Banken, Zahlungsdienstleistern, öffentlichen Stellen und Plattformbetreibern genutzt. Das Verfahren kommt im Geschäftskundenverkehr, im Massengeschäft mit Verbrauchern und bei wiederkehrenden Rechnungen vor. Typische Anwendungsfelder sind Versorgungsleistungen, Telekommunikation, Versicherungen, Leasing, Handel und öffentliche Gebühren.
Kernbereiche sind:
Relevanz
EIPP reduziert Medienbrüche zwischen Rechnungsstellung und Zahlung. Für Rechnungssteller verbessert das Verfahren Liquiditätsplanung, Zahlungstransparenz und Mahnprozesse. Für Rechnungsempfänger erleichtert es Kontrolle, Freigabe und fristgerechte Zahlung. Im Finanzmarkt ist EIPP relevant, weil Zahlungsdienstleister technische Schnittstellen, sichere Authentifizierung, Betrugsprävention und Verarbeitung personenbezogener Daten organisieren müssen. Bei regulierten Instituten bestehen zusätzliche Anforderungen an Auslagerungssteuerung, operationale Resilienz und Informationssicherheit. Zudem unterstützt EIPP automatisierte Kontenabstimmung, standardisierte Referenzen und nachvollziehbare Zahlungsfreigaben in internen Kontrollsystemen.
Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe
Verwandte Begriffe sind:
Weitere Informationen
EIPP berührt je nach Ausgestaltung Vorgaben aus Umsatzsteuerrecht, Handelsrecht, Zahlungsdiensteaufsicht, Datenschutzrecht und IT-Sicherheitsanforderungen. Bei grenzüberschreitenden Verfahren sind Interoperabilität, Datenformate, Identitätsprüfung und Nachweisbarkeit der Freigabe zentrale Aspekte. Relevant sind außerdem Aufbewahrungsfristen, Protokollierung, Rollenrechte und Notfallprozesse für Systemstörungen.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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