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European Financial Stability Facility (EFSF)

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Definition des Begriffs

EFSF steht für European Financial Stability Facility, auf Deutsch Europäische Finanzstabilisierungsfazilität. Die EFSF wurde im Juni 2010 von den Mitgliedstaaten des Euro-Währungsgebiets als temporärer Krisenbewältigungsmechanismus geschaffen. Sie ist als Zweckgesellschaft mit Sitz in Luxemburg ausgestaltet und diente dazu, die Finanzstabilität im Euroraum während der Staatsschuldenkrise zu sichern. Finanzhilfen wurden über die Ausgabe von EFSF-Anleihen und anderen Schuldtiteln am Kapitalmarkt refinanziert. Nach Einrichtung des Europäischen Stabilitätsmechanismus übernimmt die EFSF keine neuen Hilfsprogramme mehr, bleibt aber für bestehende Verpflichtungen weiterhin tätig.

 

Vorkommen und Verwendung

Der Begriff EFSF wird vor allem in Zusammenhang mit Eurokrise, Staatsfinanzierung, Rettungsprogrammen und europäischer Finanzarchitektur verwendet. Die Fazilität stellte finanzielle Unterstützung für Irland, Portugal und Griechenland bereit. Die Programme waren an wirtschafts- und finanzpolitische Auflagen geknüpft, die mit den jeweiligen Mitgliedstaaten vereinbart wurden. Heute besteht die praktische Tätigkeit insbesondere aus:

  • Entgegennahme von Rückzahlungen aus Empfängerländern,
  • Bedienung von Zins- und Tilgungszahlungen gegenüber Anleihegläubigern,
  • Refinanzierung ausstehender EFSF-Anleihen,
  • Verwaltung langfristiger Restverpflichtungen aus früheren Hilfsprogrammen.

Die Anteilseigner sind die Euro-Mitgliedstaaten, die zum maßgeblichen Zeitpunkt am Mechanismus beteiligt waren.

 

Relevanz

Die EFSF ist historisch und finanzmarktbezogen relevant, weil sie ein zentrales Instrument zur Stabilisierung des Euroraums in der Staatsschuldenkrise war. Sie ermöglichte finanzielle Hilfen, ohne dass jedes Hilfsdarlehen unmittelbar einzeln am Markt aufgenommen werden musste. Für Kapitalmärkte war sie bedeutsam, weil ihre Anleihen als supranationale Emissionen mit Garantien der Eurostaaten wahrgenommen wurden. Regulatorisch verdeutlicht die EFSF den Übergang von ad hoc eingerichteten Kriseninstrumenten zu dauerhaft institutionalisierten Stabilitätsmechanismen im Euroraum.

 

Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe

  • Europäische Finanzstabilisierungsfazilität: deutsche Bezeichnung der EFSF.
  • Europäischer Stabilitätsmechanismus: permanenter Nachfolgemechanismus für neue Stabilitätshilfen.
  • Eurokrise: Staatsschulden- und Vertrauenskrise im Euroraum ab 2010.
  • EFSF-Anleihe: Kapitalmarktinstrument zur Refinanzierung gewährter Hilfen.

 

Weitere Informationen

Die EFSF teilt Personal und Büros mit dem Europäischen Stabilitätsmechanismus, besitzt jedoch eine eigene Governance-Struktur. Zu den Organen gehören die Gesellschafterversammlung, der Verwaltungsrat, der Chief Executive Officer und ein Prüfungsausschuss. Europäische Kommission und Europäische Zentralbank können in der Governance als Beobachter eingebunden sein. Für neue Finanzhilfen ist heute der Europäische Stabilitätsmechanismus zuständig.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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