Definition des Begriffs
Die European Currency Unit (ECU, deutsch: Europäische Währungseinheit, Aussprache: e-kü) war eine Korbwährung und Rechnungseinheit, die von 1979 bis 1999 im Rahmen des Europäischen Währungssystems (EWS) verwendet wurde. Die ECU wurde am 13. März 1979 eingeführt und trat rückwirkend zum 1. Januar 1979 in Kraft. Sie löste die zuvor verwendete Europäische Rechnungseinheit (ERE) ab und stellte einen bedeutenden Meilenstein auf dem Weg zur europäischen Währungsintegration dar. Am 1. Januar 1999 wurde die ECU im Verhältnis 1:1 durch den Euro abgelöst.
Der Wert der ECU ergab sich aus einem gewichteten Währungskorb, der feste Beträge der Währungen jener Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaften umfasste, die am Wechselkursmechanismus des EWS teilnahmen. Die Gewichtung orientierte sich dabei insbesondere am jeweiligen nationalen Anteil am Bruttosozialprodukt der Gemeinschaft. Beispielsweise trug die Deutsche Mark rund 30 Prozent, der französische Franc etwa 20 Prozent und die italienische Lira circa 9 Prozent zum Gesamtwert der ECU bei. Die Zusammensetzung des Währungskorbs wurde zwischen 1979 und 1999 mehrfach angepasst, unter anderem um neu hinzukommende Mitgliedswährungen zu berücksichtigen.
Vorkommen und Verwendung
Die ECU kam in verschiedenen wirtschaftlichen und monetären Bereichen der Europäischen Gemeinschaften zum Einsatz:
Relevanz
Die ECU spielte eine zentrale Rolle bei der Vorbereitung und Einführung der gemeinsamen europäischen Währung. Sie war ein wesentlicher Bestandteil der Bemühungen, nach dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems in den frühen 1970er Jahren und dem Scheitern des Werner-Plans stabile Wechselkurse innerhalb Europas zu etablieren. Die ECU symbolisierte den Übergang von nationalen Währungen zu einer supranationalen Währungsordnung und diente als praktisches Erprobungsinstrument für die spätere Einführung des Euro.
Die Initiative zur Schaffung des Europäischen Währungssystems und der ECU ging maßgeblich auf Bundeskanzler Helmut Schmidt und den französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d'Estaing zurück, die das Konzept seit 1978 ausgearbeitet hatten. Mit dem Beginn der dritten Stufe der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion am 1. Januar 1999 wurde die ECU vollständig durch den Euro ersetzt, wobei der Umrechnungskurs exakt 1:1 betrug. Diese nahtlose Umstellung war möglich, weil der Euro bewusst so konzipiert wurde, dass er den Wert der ECU übernahm.
Besonderheiten
Verwandte Begriffe
Bretton-Woods-System – Vorgängersystem fester Wechselkurse, dessen Zusammenbruch zur Schaffung der ECU führte
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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