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European Cybercrime Centre (EC3)

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Definition des Begriffs

EC3 bezeichnet das European Cybercrime Centre, auf Deutsch Europäisches Zentrum zur Bekämpfung der Cyberkriminalität. Es ist eine spezialisierte Einheit von Europol mit Sitz in Den Haag. Europol richtete EC3 2013 ein, um die Strafverfolgungsreaktion der Europäischen Union auf Cybercrime zu stärken. EC3 ist keine eigenständige EU-Agentur, sondern Teil der Europäischen Agentur für die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Strafverfolgung. Die rechtliche Einbettung folgt dem Europol-Mandat, insbesondere der Verordnung (EU) 2016/794. Das Zentrum unterstützt Mitgliedstaaten, EU-Stellen und internationale Partner bei Ermittlungen zu digitaler Kriminalität und bei der strategischen Analyse von Cyberbedrohungen.

 

Aufgaben

EC3 bietet operative, strategische, analytische und forensische Unterstützung bei Cybercrime-Ermittlungen. Zu den Kernaufgaben gehören:

  • Bündelung kriminalpolizeilicher Informationen und Cybercrime-Intelligence.
  • Unterstützung grenzüberschreitender Ermittlungen durch Analyse, Koordinierung und Expertise.
  • Bereitstellung digitalforensischer und technischer Spezialfähigkeiten.
  • Unterstützung dringender Cybervorfälle und Cyberkrisen im Rahmen des Europol-Mandats.
  • Förderung von Schulungen, Kapazitätsaufbau, Prävention und Sensibilisierung.
  • Erstellung strategischer Analysen, insbesondere zu Internetkriminalität und neuen Bedrohungsmustern.

 

Zuständigkeiten

EC3 konzentriert sich auf cyberabhängige Kriminalität, sexuelle Ausbeutung von Kindern im Internet und Zahlungsbetrug. Hinzu kommen Kriminalität im Darknet, auf alternativen Plattformen und in digitalen Infrastrukturen. Das Zentrum unterstützt nationale Strafverfolgungsbehörden, führt aber keine eigenständige nationale Strafverfolgung durch. Es hostet und unterstützt die Joint Cybercrime Action Taskforce, (J-CAT) und arbeitet mit Stellen wie Eurojust, ENISA, CERT-EU, der Europäischen Kommission, dem Rat und spezialisierten Einheiten der Mitgliedstaaten zusammen.

 

Relevanz

Für den Finanzmarkt ist EC3 relevant, weil Cyberangriffe, Zahlungsbetrug, Ransomware, Phishing, Malware, Identitätsmissbrauch und Kryptowerte häufig Banken, Zahlungsdienstleister, Handelsplattformen, Versicherer und Finanzmarktinfrastrukturen betreffen. EC3 trägt dazu bei, Täterinfrastrukturen, Geldflüsse, digitale Spuren und grenzüberschreitende Tatmuster zusammenzuführen. Die Arbeit unterstützt Strafverfolgung, Prävention und Lagebilder, die auch für Compliance, Betrugsprävention, Informationssicherheit und DORA-bezogene Resilienzmaßnahmen bedeutsam sind. Sie erleichtert außerdem koordinierte Reaktionen auf internationale Angriffskampagnen und digitale Erpressungsmodelle.

 

Besonderheiten

EC3 verbindet polizeiliche Analyse mit technischem Cyberwissen. Besonders ist die Funktion als europäischer Knotenpunkt zwischen Strafverfolgung, digitalen Forensikteams, privaten Technologiepartnern, Wissenschaft und EU‑Institutionen. Das Zentrum veröffentlicht unter anderem das Internet Organised Crime Threat Assessment und unterstützt Initiativen wie No More Ransom.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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