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Earnings at Risk (EaR)

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Definition des Begriffs

EaR steht für Earnings at Risk, auf Deutsch Erträge im Risiko oder ertragsbezogenes Risikomaß. Der Begriff bezeichnet ein Verfahren zur Quantifizierung potenzieller negativer Veränderungen periodischer Erträge innerhalb eines definierten Zeithorizonts. Im Banksteuerungs- und Aufsichtskontext wird EaR besonders im Rahmen des Zinsänderungsrisikos im Anlagebuch, IRRBB, verwendet. Das Verfahren misst, wie stark sich Nettozinsergebnis oder andere Ergebnisgrößen bei vorgegebenen Marktzinsszenarien verändern können. Die Einordnung erfolgt als periodische Ergebnisperspektive, ergänzend zur Barwertperspektive. Die rechtliche Verankerung ergibt sich mittelbar aus Art 84 CRD sowie aus den europäischen Leitlinien zu IRRBB und CSRBB.

 

Vorkommen und Verwendung

EaR wird von Banken, Sparkassen und anderen Finanzinstituten im internen Risikomanagement eingesetzt. Es betrifft vor allem Anlagebuchpositionen, deren Erträge von Zinsänderungen, Margen, Laufzeiten, Neuproduktionsannahmen oder Kundenverhalten abhängen. Typische Betrachtungszeiträume sind ein bis mehrere Jahre, abhängig von Geschäftsmodell, Risikoprofil und Steuerungszweck.

Kernbereiche sind:

  1. Festlegung der Ergebnisgröße, etwa Nettozinsergebnis oder periodischer Zinsüberschuss.
  2. Definition von Zinsszenarien, einschließlich paralleler und nicht paralleler Zinskurvenänderungen.
  3. Modellierung von Bilanzentwicklung, Fälligkeiten, vorzeitigen Rückzahlungen und variabel verzinslichen Produkten.
  4. Vergleich der Ergebniswirkung mit Limiten, Risikotragfähigkeit und Kapitalplanung.

 

Relevanz

EaR ist relevant, weil es zeigt, wie empfindlich künftige Erträge gegenüber Marktveränderungen sind. Das Verfahren unterstützt Zinsbuchsteuerung, Budgetplanung, Stresstests und Geschäftsstrategie. Es ergänzt Kennzahlen wie Economic Value of Equity, weil nicht nur Barwertverluste, sondern auch kurzfristige und mittelfristige Ergebniseffekte sichtbar werden. Aufsichtsbehörden berücksichtigen ertragsbezogene Analysen im Rahmen der Beurteilung von IRRBB, interner Governance und Risikosteuerung.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

Verwandte Begriffe sind:

  • Net Interest Income Sensitivity, Sensitivität des Nettozinsergebnisses gegenüber Zinsszenarien.
  • Net Interest Income at Risk, Ergebnisrisikomaß mit Fokus auf Zinsüberschuss.
  • Economic Value of Equity, Barwertperspektive auf Eigenkapital und Anlagebuchpositionen.
  • IRRBB, Interest Rate Risk in the Banking Book, Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch.

 

Weitere Informationen

EaR ist kein einheitlich standardisiertes Einzelmodell. Methodik, Annahmen und Granularität hängen vom Institut und vom Anwendungszweck ab. Wesentliche Qualitätsanforderungen betreffen Datenvollständigkeit, Szenariodesign, Modellvalidierung, nachvollziehbare Annahmen und regelmäßige Berichterstattung an Leitungsorgane. In der Praxis wird EaR häufig zusammen mit Stresstests, Limitkonzepten und Kapitalplanungsprozessen verwendet.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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