Feedback

Distributed Ledger Technologie (DLT)

zur Glossar-Übersicht

 

Definition des Begriffs

Distributed-Ledger-Technologie, fachlich auch Distributed-Ledger-Technologie, bezeichnet ein Verfahren zur gemeinsamen, verteilten und manipulationsresistenten Führung digitaler Register. Mehrere Netzwerkteilnehmer speichern, validieren und aktualisieren Datensätze nach festgelegten Regeln, ohne dass zwingend eine einzige zentrale Registerstelle erforderlich ist. DLT ist kein eigenständiger Rechtsakt und keine Behörde, sondern ein technisches und organisatorisches Verfahren mit besonderer Bedeutung für Finanzmarktinfrastrukturen, Zahlungsverkehr, Wertpapierabwicklung und digitale Vermögenswerte. Eine Blockchain ist eine spezielle Form der DLT, bei der Transaktionen blockweise verkettet werden. Rechtliche Bezüge ergeben sich im Finanzmarkt insbesondere aus der Verordnung (EU) 2022/858 über ein Pilotregime für auf DLT basierende Marktinfrastrukturen, aus MiCA, EMIR, CSDR und nationalen Vorschriften zu Kryptowerten oder elektronischen Wertpapieren.

 

Vorkommen und Verwendung

DLT wird bei tokenisierten Finanzinstrumenten, digitalen Anleihen, Kryptowerten, Smart Contracts, Registerführung, Sicherheitenmanagement und Abwicklungsprozessen verwendet. Im regulierten Marktumfeld können Betreiber von Handels- oder Abwicklungssystemen DLT einsetzen, wenn Zulassung, Risikomanagement, Governance, Datenschutz, IT-Sicherheit und Anleger- oder Teilnehmerschutz gewährleistet sind.

Kernbereiche sind:

  • dezentrale oder verteilte Speicherung von Transaktions- und Bestandsdaten
  • Konsensmechanismen zur Validierung neuer Einträge
  • kryptografische Sicherung von Integrität und Nachvollziehbarkeit
  • Tokenisierung von Rechten, Vermögenswerten oder Finanzinstrumenten
  • automatisierte Ausführung bestimmter Regeln durch Smart Contracts

 

Relevanz

DLT ist relevant, weil sie Marktprozesse verändern kann, etwa Handel, Clearing, Settlement, Verwahrung und Registerführung. Potenzielle Vorteile liegen in schnellerer Abwicklung, höherer Transparenz, weniger Abstimmungsaufwand und programmierbaren Vermögenswerten. Gleichzeitig entstehen Risiken durch Governance-Fragen, Cyberangriffe, Fehler im Code, Schlüsselverlust, Skalierbarkeit, Datenschutz, Rechtsdurchsetzbarkeit und Schnittstellen zu bestehender Marktinfrastruktur. Für Finanzinstitute ist DLT deshalb eng mit operationeller Resilienz, Outsourcing, Compliance, Geldwäscheprävention, Risikomanagement und Kapitalmarktstrategie verbunden.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

  • Blockchain: DLT-Variante mit blockweise verketteten Transaktionen
  • Tokenisierung: digitale Abbildung von Rechten oder Vermögenswerten
  • Smart Contract: programmierte Regel zur automatisierten Ausführung
  • DLT-Pilot-Regime: EU-Rahmen für bestimmte DLT-Marktinfrastrukturen
  • Crypto-Asset: digitaler Wert oder Recht auf Basis verteilter Registertechnik

 

Weitere Informationen

Relevante Bezugspunkte sind DLT-Pilotregime, MiCA, CSDR, EMIR, eWpG, IT-Sicherheitsanforderungen, Datenschutzrecht und internationale Standards für Finanzmarktinfrastrukturen. Entscheidend sind klare Rollen, belastbare Zugriffskonzepte, rechtliche Finalität, Interoperabilität, Notfallverfahren, Datenqualität und prüfbare Governance. DLT ersetzt keine Regulierung, sondern muss in bestehende Aufsichts-, Risiko- und Kontrollrahmen eingebettet werden.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

Passwort zurücksetzen

Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an. Wir senden Ihnen eine E-Mail zum Zurücksetzen Ihres Passwortes.


Abbrechen