Definition des Begriffs
DCO steht für Derivative Clearing Organisation, im US-Aufsichtsrecht regelmäßig Derivatives Clearing Organization. Der Begriff bezeichnet eine zentrale Clearingeinrichtung für Derivate, insbesondere Futures, Optionen und Swaps. Eine DCO tritt nach Annahme einer Transaktion häufig als zentraler Kontrahent zwischen Käufer und Verkäufer. Dadurch ersetzt sie das bilaterale Ausfallrisiko der ursprünglichen Parteien durch ein regelgebundenes Clearingmodell. In den Vereinigten Staaten ist die Registrierung und laufende Beaufsichtigung bei der Commodity Futures Trading Commission verankert. Zentrale Rechtsgrundlagen sind der Commodity Exchange Act, insbesondere Section 5b, und die Vorschriften in 17 CFR Part 39.
Vorkommen und Verwendung
DCOs werden im börslichen und außerbörslichen Derivatehandel genutzt. Sie bedienen Clearingmitglieder, Handelsplätze, Swap Execution Facilities, Broker und mittelbar Endnutzer. Das Verfahren beginnt nach Abschluss oder Meldung eines Geschäfts und umfasst mehrere Kernbereiche:
Relevanz
DCOs sind für die Stabilität der Derivatemärkte relevant, weil sie Gegenparteirisiken bündeln, standardisieren und überwachen. Zugleich entsteht eine hohe Systemrelevanz, da Ausfälle, Modellfehler oder Liquiditätsengpässe einer Clearingstelle Marktteilnehmer unmittelbar betreffen können. Für Institute beeinflusst das Clearing Kapitalanforderungen, Liquiditätssteuerung, Sicherheitenmanagement und operative Prozesse. Verpflichtendes Clearing für bestimmte standardisierte Derivate soll bilaterale Risikokonzentrationen verringern und Transparenz erhöhen. Die Risikominderung hängt jedoch von robusten Modellen, ausreichenden Ressourcen und wirksamen Notfallverfahren ab.
Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe
Verwandte Begriffe sind:
Weitere Informationen
Weitere Informationen betreffen Kernprinzipien für DCOs, darunter Governance, finanzielle Ressourcen, Risikomanagement, Abwicklungssicherheit, Teilnahmevoraussetzungen, Geschäftsregeln, Systemschutz und Offenlegung. Internationale Bezüge bestehen zu Standards für Finanzmarktinfrastrukturen, insbesondere zu Anforderungen an zentrale Gegenparteien. In Europa entspricht die Funktion einer DCO weitgehend einer zentralen Gegenpartei unter EMIR, auch wenn Begriffe, Zuständigkeiten und Anerkennungsverfahren abweichen. Für grenzüberschreitende Gruppen sind Anerkennung, Äquivalenz und Aufsichtskooperation wichtig. Regelwerke verlangen außerdem belastbare Stresstests, klare Wasserfallstrukturen für Verluste und Verfahren zur Wiederherstellung oder geordneten Abwicklung.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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