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Designated Contract Markets (DCM)

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Definition des Begriffs

DCM steht für Debt Capital Markets, auf Deutsch Fremdkapitalmärkte. Der Begriff bezeichnet im Finanzmarkt ein Verfahren und Geschäftsfeld zur Aufnahme, Strukturierung, Platzierung und Verwaltung von Fremdkapital über handelbare Schuldinstrumente. Dazu zählen vor allem Anleihen, Schuldscheindarlehen, Commercial Paper, Medium Term Notes und strukturierte Schuldverschreibungen. DCM ist rechtlich nicht als einzelnes Gesetz verankert, sondern beruht auf Kapitalmarktrecht, Wertpapierprospektrecht, Marktmissbrauchsregeln, Transparenzpflichten und aufsichtsrechtlichen Vorgaben für Emittenten, Banken und Wertpapierdienstleister.

 

Vorkommen und Verwendung

DCM kommt bei Unternehmen, Kreditinstituten, Staaten, supranationalen Organisationen und öffentlichen Emittenten vor, wenn Kapital außerhalb klassischer Bankkredite aufgenommen wird. Begleitet wird der Prozess regelmäßig durch Investmentbanken, Rechtsberater, Ratingagenturen, Börsen, Zentralverwahrer und Zahlstellen.

Typische Kernbereiche sind:

  1. Finanzierungsanalyse: Prüfung von Kapitalbedarf, Laufzeitstruktur, Marktumfeld, Währung, Zinsbindung und Investorenbasis.
  2. Strukturierung: Festlegung von Emissionsvolumen, Kupon, Laufzeit, Rang, Sicherheiten, Covenants und Dokumentation.
  3. Platzierung: Vermarktung gegenüber institutionellen Investoren, Bookbuilding, Preisfestsetzung und Zuteilung.
  4. Sekundärmarktbetreuung: Handelbarkeit, Investor Relations, Folgeemissionen und laufende Informationspflichten.

 

Relevanz

DCM ist ein zentraler Bestandteil der Unternehmensfinanzierung und der öffentlichen Refinanzierung. Der Zugang zum Fremdkapitalmarkt kann Finanzierungskosten senken, Laufzeiten verlängern und Abhängigkeiten von einzelnen Kreditgebern reduzieren. Für Banken ist DCM ein wichtiges Beratungs-, Strukturierungs- und Platzierungsgeschäft. Für Investoren bietet der Bereich Zugang zu verzinslichen Wertpapieren mit unterschiedlichen Risiko-, Rendite- und Laufzeitprofilen. Regulatorisch ist DCM relevant, weil Emissionen häufig Prospektpflichten, Ad-hoc-Publizität, Marktmissbrauchsüberwachung und Anforderungen an faire Anlegerinformation auslösen.

 

Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe

Verwandte Begriffe sind:

  • Bond Issuance, Ausgabe einer Anleihe am Kapitalmarkt.
  • Primary Market, Markt für erstmalige Wertpapierplatzierungen.
  • Secondary Market, Handel bereits emittierter Wertpapiere.
  • Syndicated Bond, Anleiheplatzierung durch ein Bankenkonsortium.
  • MTN-Programm, Rahmenprogramm für wiederholte Schuldverschreibungen.

 

Weitere Informationen

Relevante Regelwerke umfassen insbesondere die EU-Prospektverordnung, die Marktmissbrauchsverordnung, MiFID II, nationale Wertpapierhandelsvorschriften und börsenrechtliche Zulassungsregeln. Je nach Instrument können zudem Ratinganforderungen, Nachhaltigkeitsstandards, Offenlegungspflichten und Vorgaben zur Produktgovernance eine Rolle spielen.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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