Definition des Begriffs
CSRBB steht für Credit Spread Risk in the Banking Book, auf Deutsch Kreditspreadrisiko im Anlagebuch. Der Begriff bezeichnet das Risiko von Veränderungen des wirtschaftlichen Werts oder der Ertragslage, die aus Marktpreisänderungen von Kreditspreads bei Positionen außerhalb des Handelsbuchs entstehen. Kreditspreads sind Risikoaufschläge gegenüber weitgehend risikofreien Zinssätzen. Sie spiegeln unter anderem Kreditrisiko, Liquidität und Marktstimmung wider. CSRBB ist als eigenständige Risikoart neben dem Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch, IRRBB, einzuordnen. Die rechtliche Verankerung ergibt sich aus Art 84 CRD und den EBA-Leitlinien EBA/GL/2022/14 zu IRRBB und CSRBB.
Vorkommen und Verwendung
CSRBB betrifft Institute mit zinssensitiven und spreadsensitiven Positionen im Anlagebuch. Dazu gehören insbesondere festverzinsliche Wertpapiere, Kredite oder Verbindlichkeiten, soweit ihr Marktwert oder Ergebnis durch Kreditspreadbewegungen beeinflusst wird. Institute identifizieren, messen, überwachen und steuern CSRBB im Rahmen des internen Risikomanagements. Die Bewertung erfolgt nicht zwingend täglich wie im Handelsbuch, muss jedoch zur Größe, Komplexität und Risikolage des Instituts passen.
Kernbereiche sind:
Relevanz
CSRBB ist für Banken relevant, weil Spreadänderungen auch ohne tatsächlichen Ausfall eines Schuldners erhebliche Bewertungs- und Ergebniseffekte auslösen können. Das Risiko kann Kapitalplanung, Risikotragfähigkeit, Stresstests und aufsichtliche Beurteilungen beeinflussen. Bei wesentlichen Mängeln können Aufsichtsbehörden zusätzliche Analysen, Maßnahmen oder Eigenmittelanforderungen im Rahmen des SREP verlangen. CSRBB ergänzt IRRBB, weil reine Zinskurvenrisiken und spreadbedingte Preisänderungen getrennt betrachtet werden.
Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe
Verwandte Begriffe sind:
Weitere Informationen
CSRBB wird in europäischen Aufsichtsvorgaben zusammen mit IRRBB behandelt, bleibt aber fachlich davon getrennt. Art 84 CRD nennt interne Systeme zur Ermittlung, Bewertung, Steuerung und Minderung von Risiken aus möglichen Änderungen von Zinssätzen und Kreditspreads bei Nicht-Handelsbuchgeschäften. Die EBA-Leitlinien konkretisieren Erwartungen an Definition, Umfang, Messmethoden, Proportionalität und Governance. Nationale Aufsichtsbehörden und die EZB berücksichtigen CSRBB bei der laufenden Bankenaufsicht und im aufsichtlichen Überprüfungsprozess.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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