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Clearing and Settlement Mechanism (CSM)

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Definition des Begriffs

Ein Clearing and Settlement Mechanism (CSM, deutsch: Clearing- und Settlement-Mechanismus) bezeichnet ein System zur Abwicklung von Zahlungsverkehrstransaktionen zwischen Finanzinstituten. CSMs ermöglichen den effizienten Austausch von Zahlungsinformationen sowie die finale Übertragung von Geldbeträgen zwischen teilnehmenden Banken. Weltweit existieren etwa 150 solcher Mechanismen. Ein CSM besteht aus zwei aufeinanderfolgenden Prozessschritten: dem Clearing, bei dem Zahlungstransaktionen validiert, gesammelt und verrechnet werden (Netting), sowie dem Settlement, bei dem die tatsächliche Übertragung der Geldbeträge über Konten bei Zentralbanken erfolgt. Das CSM fungiert dabei als zentrale Gegenpartei (central counterparty) gegenüber allen teilnehmenden Instituten und reduziert damit Komplexität, Transaktionskosten und operationelle Risiken erheblich.

 

Vorkommen und Verwendung

CSMs kommen im nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr zum Einsatz. In Europa sind sie zentrale Bestandteile der SEPA-Infrastruktur (Single Euro Payments Area). Zu den wichtigsten europäischen CSMs zählen:

  • TARGET2: Echtzeit-Bruttoabwicklungssystem (Real-Time Gross Settlement, RTGS) der Europäischen Zentralbank für Großbetragszahlungen, inzwischen abgelöst durch T2
  • TIPS (TARGET Instant Payment Settlement): Echtzeitzahlungssystem für SEPA Instant Credit Transfers (SCT Inst), verfügbar 24/7/365
  • STEP2: Betrieben von EBA CLEARING für SEPA Credit Transfers (SCT) und SEPA Direct Debits (SDD)

Banken müssen sich mindestens einem CSM anschließen, um am SEPA-Zahlungsverkehr teilnehmen zu können. Payment Service Provider (PSPs) nutzen CSMs zur Abwicklung von Überweisungen, Lastschriften und Echtzeitüberweisungen. Das Settlement erfolgt in Zentralbankgeld über Konten bei der jeweiligen Zentralbank.

 

Relevanz

CSMs sind unverzichtbare Elemente der Finanzmarktinfrastruktur. Ohne sie müssten Banken bilaterale Verbindungen zu jedem einzelnen Zahlungspartner aufbauen, was bei Tausenden von Instituten praktisch unmöglich wäre. Durch die Funktion als zentrale Gegenpartei wird das Kontrahentenrisiko minimiert. CSMs tragen zur Finanzstabilität bei, indem sie strenge Risikomanagementsysteme implementieren und sicherstellen, dass teilnehmende Institute über ausreichende Liquidität verfügen. Die Überwachung erfolgt durch nationale Zentralbanken und Aufsichtsbehörden. Im Kontext von DORA (Digital Operational Resilience Act) und der NIS-2-Richtlinie werden CSMs als kritische Infrastrukturen eingestuft und unterliegen erhöhten Resilienz- und Sicherheitsanforderungen.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

  • Synonym: Clearing- und Abrechnungsmechanismus, Interbanken-Clearingsystem
  • Verwandte Begriffe:
    • ACH (Automated Clearing House): Clearing- und Settlement-System, vor allem in den USA gebräuchlich
    • Netting: Verrechnung gegenseitiger Forderungen zur Reduzierung der Settlement-Beträge
    • RTGS (Real-Time Gross Settlement): Bruttoabwicklung in Echtzeit ohne Netting
    • DNS (Designated-time Net Settlement): Nettoabwicklung zu festgelegten Zeitpunkten
    • CCP (Central Counterparty): Zentrale Gegenpartei

 

Weitere Informationen

Der European Payments Council (EPC) führt eine Liste aller SEPA-konformen CSMs. Rechtsgrundlagen finden sich in der SEPA Credit Transfer Scheme Rulebook, der SEPA Instant Credit Transfer Scheme Rulebook sowie in den Regelwerken der Zentralbanken. Die technische Anbindung erfolgt häufig über ISO 20022-Nachrichtenformate.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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