Definition des Begriffs
Das Customer-Related-Services-System, kurz CRSS, bezeichnet eine technische Komponente der TARGET2-Gemeinschaftsplattform (Single Shared Platform, SSP) des Eurosystems. CRSS ist neben dem Zahlungsabwicklungs- und Kontoführungssystem PAPSS (Payment and Accounting Processing Services Systems) eine der beiden zentralen technischen Konfigurationen innerhalb der TARGET2‑Infrastruktur. Das System wurde entwickelt, um den Zentralbanken des Eurosystems dedizierte Kundenbetreuungs- und Verwaltungsfunktionen bereitzustellen. Es handelt sich um ein ausschließlich für die Zentralbanken bestimmtes System, das nicht direkt von den Teilnehmern am Zahlungsverkehr genutzt wird.
Vorkommen und Verwendung
CRSS wird im Kontext von TARGET2 (Trans-European Automated Real-time Gross settlement Express Transfer System) eingesetzt, dem Echtzeit-Bruttoabwicklungssystem für Großzahlungen in Euro. Das System kommt bei allen nationalen Zentralbanken des Eurosystems sowie bei der Europäischen Zentralbank (EZB), die an TARGET2 teilnehmen, zum Einsatz.
Die Hauptfunktionen des CRSS umfassen:
Relevanz
Das CRSS ist von hoher operativer Bedeutung für die Zentralbanken, da es ihnen ermöglicht, ihre Aufgaben als Dienstleister und Aufsichtsbehörde im Zahlungsverkehr effizient wahrzunehmen. Die National Service Desks der Zentralbanken nutzen CRSS, um ihre Geschäftsbeziehungen zu den TARGET2-Nutzern zu verwalten, Stammdaten zu pflegen, Serviceanfragen zu bearbeiten und das Monitoring des Zahlungsverkehrs durchzuführen.
Für die Stabilität und Sicherheit des europäischen Zahlungsverkehrs ist CRSS unverzichtbar, da es die administrative Grundlage für die Verwaltung von über mehreren Tausend Teilnehmerkonten bildet. Das System trägt zur Transparenz und Nachvollziehbarkeit aller Transaktionen bei und unterstützt die Zentralbanken bei der Erfüllung ihrer aufsichtsrechtlichen und geldpolitischen Funktionen.
Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe
Weitere Informationen
Rechtsgrundlagen finden sich in der TARGET2-Leitlinie (EZB/2012/27) sowie im Leitfaden für TARGET2-Nutzer der Deutschen Bundesbank.
Beteiligte Institutionen sind die Europäische Zentralbank (EZB) und die nationalen Zentralbanken des Eurosystems, die als Anbieter der Gemeinschaftsplattform fungieren (Deutsche Bundesbank, Banque de France, Banca d'Italia).
Verknüpfte Systeme sind TARGET2, T2S (TARGET2-Securities) und TIPS (TARGET Instant Payment Settlement).
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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