Definition des Begriffs
CRM steht für Comprehensive Risk Measure, auf Deutsch umfassendes Risikomaß. Der Begriff bezeichnet ein internes Marktrisikomodell für Korrelationshandelsportfolios. Es dient der Berechnung regulatorischer Eigenmittelanforderungen für komplexe Kreditprodukte im Handelsbuch, insbesondere für Positionen, deren Wert stark von Kreditspreads, Ausfallrisiken, Ratingmigrationen und Korrelationen abhängt. Die Verankerung liegt im Baseler Marktrisikorahmen nach Basel 2.5 und in der europäischen Kapitaladäquanzverordnung CRR, insbesondere bei den Anforderungen an interne Modelle für Korrelationshandelsportfolios.
Vorkommen und Verwendung
CRM kommt bei Instituten vor, die für bestimmte Handelsbuchrisiken einen genehmigten internen Modellansatz verwenden. Das Verfahren betrifft nicht das gesamte Handelsbuch, sondern speziell Korrelationshandelspositionen, etwa Tranchenstrukturen und Kreditderivate mit mehreren Referenzschuldnern. Die Anwendung setzt eine modellbezogene Aufsichtsgenehmigung voraus.
Zentrale Prüffelder sind:
Relevanz
Das Comprehensive Risk Measure beeinflusst die Höhe der Eigenmittel, die Institute für Korrelationshandelsportfolios vorhalten müssen. Ein belastbares CRM kann interne Risikomessung und Kapitalunterlegung stärker an tatsächlichen Risikotreibern ausrichten. Modellmängel können dagegen zu Kapitalaufschlägen, Nutzungseinschränkungen oder zum Entzug der Modellgenehmigung führen. CRM steht fachlich in engem Zusammenhang mit Value at Risk, Stressed Value at Risk, Incremental Risk Charge und den späteren FRTB-Regeln für Marktrisiko.
Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe
Verwandte Begriffe sind:
Weitere Informationen
Die rechtliche Ausgestaltung knüpft an die CRR-Vorgaben für interne Marktrisikomodelle und Korrelationshandelsportfolios an. Aufsichtliche Prüfungen betrachten Datenqualität, Modellannahmen, Stresstests, Governance und die Einbindung des CRM in das tägliche Risikomanagement. In der Praxis ist CRM vor allem für große, handelsaktive Institute relevant, weil Korrelationshandelsportfolios hohe Modellkomplexität und geringe Marktliquidität aufweisen können. Die späteren Reformen des Fundamental Review of the Trading Book verändern die Marktrisikomessung, bleiben jedoch fachlich mit den Erfahrungen aus CRM, IRC und Stressed VaR verknüpft.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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