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Contingency Module (CM)

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Definition des Begriffs

CM steht für Contingency Module, auf Deutsch Notfallmodul. Der Begriff bezeichnet ein operatives Verfahren und technisches Modul im früheren TARGET2-System des Eurosystems. TARGET2 war bis März 2023 die zentrale Plattform für Großbetragszahlungen in Euro in Zentralbankgeld. Das Contingency Module diente der Abwicklung besonders zeitkritischer Zahlungen, wenn der reguläre Zahlungsverkehr über das Payment Module technisch oder betrieblich gestört war. Im Nachfolgesystem TARGET wird diese Funktionalität im Rahmen von Notfallregelungen, insbesondere über ECONS II, fortgeführt.

 

Vorkommen und Verwendung

Das Verfahren kam im Zahlungsverkehr zwischen Zentralbanken, Kreditinstituten und Nebensystemen vor. Es wurde nicht für den allgemeinen Massen- oder Kartenzahlungsverkehr genutzt, sondern für Zahlungen mit hoher systemischer Bedeutung.

Kernbereiche waren:

  1. Aktivierung bei schweren Störungen
    • Einsatz bei Ausfall oder eingeschränkter Verfügbarkeit regulärer TARGET2-Funktionen.
    • Steuerung durch Zentralbanken und TARGET-Betriebsstellen.
  2. Verarbeitung kritischer Zahlungen
    • Priorisierung dringender Interbankzahlungen, Zentralbankgeschäfte und systemrelevanter Abwicklungen.
    • Begrenzung auf einen reduzierten Funktionsumfang.
  3. Abstimmung und Kommunikation
    • nationale Service Desks, Zentralbanken und Teilnehmer koordinierten Einreichung, Prüfung und Freigabe.

 

Relevanz

Das CM war für die Stabilität des europäischen Zahlungsverkehrs relevant, weil TARGET2 als systemisch bedeutsame Finanzmarktinfrastruktur Liquidität, Geldmarktgeschäfte und Wertpapierabwicklung unterstützte. Eine längere Nichtverfügbarkeit konnte Liquiditätsketten unterbrechen und Folgewirkungen für Banken, Marktinfrastrukturen und Zentralbankoperationen auslösen. Das Modul begrenzte dieses Risiko, indem es einen kontrollierten Notbetrieb ermöglichte. Für Institute bedeutete dies, Notfallkontakte, interne Eskalationswege, technische Zugänge und Liquiditätsplanung vorzuhalten. Verwandt waren Verfahren des Business Continuity Managements, also der Sicherstellung geschäftskritischer Abläufe bei Störungen.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

  • Synonym: Enhanced Contingency Solution (ECONS), ECONS II
  • Verwandte Begriffe:
    • Business Continuity Management (BCM), Notfallmanagement für Finanzmarktinfrastrukturen
    • Recovery Time Objective (RTO), maximale Wiederherstellungszeit
    • Very Critical Payments, höchstpriorisierte Zahlungen im Notfall
    • Inter-regional Switch, Wechsel zwischen den beiden TARGET2-Regionen
    • T2 Graphical User Interface (GUI), manuelle Eingabemöglichkeit für Zahlungen
    • CLS (Continuous Linked Settlement), globales System für Devisensettlement

 

Weitere Informationen

Die Anbindung an ECONS II ist für kritische TARGET2-Teilnehmer sowie für Teilnehmer, die sehr kritische Zahlungen abwickeln, verpflichtend. Für andere Teilnehmer ist die Anbindung freiwillig. Zentralbanken des Eurosystems müssen ebenfalls angebunden sein. Die Verfahren zur Nutzung des CM werden national zwischen den Zentralbanken und ihren Teilnehmern vereinbart. Regelmäßige Tests der Contingency-Verfahren sind Teil des Risikomanagements.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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