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Cost Income Ratio (CIR)

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Definition des Begriffs

Die Cost-Income-Ratio (CIR), auf Deutsch Aufwand-Ertrag-Relation oder Aufwands-Ertrags-Verhältnis, ist eine zentrale betriebswirtschaftliche Kennzahl zur Beurteilung der Effizienz und Wirtschaftlichkeit von Kreditinstituten und Unternehmen. Sie setzt den Verwaltungsaufwand ins Verhältnis zu den operativen Erträgen und wird in Prozent ausgedrückt. Die CIR ist der Kehrwert der Aufwandsrentabilität und gehört zu den wichtigsten Kennzahlen im Bankcontrolling und der Finanzanalyse.

 

Berechnung

Die Cost-Income-Ratio wird nach folgender Formel berechnet:

CIR = (Verwaltungsaufwand / Betriebsertrag) × 100

Dabei umfasst der Verwaltungsaufwand:

  • Personalkosten
  • Sachkosten
  • Abschreibungen auf Sachanlagen
  • Sonstige Verwaltungsaufwendungen

Der Betriebsertrag setzt sich zusammen aus:

  • Zinsüberschuss (Zinserträge abzüglich Zinsaufwendungen)
  • Provisionsüberschuss (Provisionserträge abzüglich Provisionsaufwendungen)
  • Handelsergebnis
  • Sonstige betriebliche Erträge

In manchen Berechnungsmodellen werden die Zuführungen zur Risikovorsorge vom Betriebsertrag abgezogen.

 

Interpretation

Die Kennzahl gibt an, wie viel Cent an Verwaltungsaufwand notwendig sind, um einen Euro Ertrag zu generieren. Je niedriger die CIR, desto effizienter arbeitet das Institut. Eine CIR von 60 Prozent bedeutet beispielsweise, dass 60 Cent Aufwand erforderlich sind, um einen Euro Ertrag zu erwirtschaften.

Typische Wertebereiche:

  • Unter 50 Prozent: sehr effizient
  • 50 bis 60 Prozent: Gut
  • 60 bis 70 Prozent: Durchschnittlich
  • Über 70 Prozent: Verbesserungsbedürftig

Deutsche Banken wiesen im Durchschnitt eine CIR zwischen 65 und 90 Prozent auf, wobei internationale Vergleiche zeigen, dass deutsche Institute oft höhere Werte als ausländische Wettbewerber erreichen.

 

Grenzen der Aussagekraft

Die CIR hat als alleiniger Effizienzindikator Grenzen. Sie berücksichtigt nicht die Qualität des Geschäfts, Risikoaspekte oder Wachstumsinvestitionen. Vergleiche zwischen Instituten sind nur bei ähnlichen Geschäftsmodellen und Marktsituationen aussagekräftig, da unterschiedliche Zinsspannen und Marktbedingungen die Kennzahl stark beeinflussen können. Zudem können kurzfristige Maßnahmen zur CIR-Verbesserung langfristig nachteilig sein.

 

Verwendung

Die Deutsche Bundesbank veröffentlicht regelmäßig die CIR nach Bankengruppen in ihrem Bericht zur Ertragslage der Kreditinstitute. Institute nutzen die CIR im Benchmarking, zur Steuerung interner Prozesse, in der strategischen Planung und gegenüber Investoren und Aufsichtsbehörden als Effizienznachweis.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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