Definition des Begriffs
Consolidated Account Information (CI oder CAI) ist ein Verfahren zur konsolidierten Darstellung von Liquiditätsinformationen im TARGET2-Zahlungssystem der Europäischen Zentralbank. Es ermöglicht Bankengruppen, ihre über mehrere PM-Konten (Payments Module Accounts) verteilte Liquidität zentral zu überwachen. Der Group Manager, in der Regel der Hauptkontenninhaber, erhält einen umfassenden Überblick über die Liquiditätspositionen aller Konten innerhalb der Gruppe, ohne dass die Liquidität physisch gebündelt wird. CAI ist Teil des TARGET2-Liquiditätspooling-Konzepts und steht sowohl Teilnehmern aus dem Euro-Raum als auch aus Nicht-Euro-Raum-Ländern zur Verfügung. Das Verfahren dient ausschließlich Informationszwecken und ermöglicht keine automatischen Liquiditätstransfers zwischen den Konten.
Vorkommen und Verwendung
CAI wird im Rahmen des TARGET2-Systems zur Liquiditätssteuerung innerhalb von Bankengruppen eingesetzt. Typische Anwendungsfälle umfassen:
Eine CAI-Gruppe kann aus einem oder mehreren PM-Konten bestehen, die bei einer oder mehreren Zentralbanken geführt werden. Darüber hinaus können auch Virtual Accounts (VA) Teil einer CAI-Gruppe sein.
Relevanz
Das CI-Verfahren ist für Bankengruppen von Bedeutung, da es Transparenz über die gesamte verfügbare Liquidität schafft, ohne die rechtliche und operative Selbstständigkeit einzelner Konten aufzuheben. Es unterstützt ein effizientes Liquiditätsmanagement, reduziert den Bedarf an Intraday-Krediten und ermöglicht eine bessere Steuerung von Zahlungsströmen. Im Unterschied zu Aggregated Liquidity Groups (Virtual Accounts), bei denen die Liquidität tatsächlich gebündelt und gemeinsam genutzt wird, beschränkt sich CAI auf die Bereitstellung von Informationen. Dies macht das Verfahren besonders für Bankengruppen geeignet, die eine dezentrale Liquiditätssteuerung bevorzugen, aber dennoch eine zentrale Übersicht benötigen.
Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe
Weitere Informationen
CAI wird über das Formular 1016 "Pooling of Liquidity – Group of Accounts Manager" beim zuständigen National Central Bank (NCB) beantragt. Die rechtliche Grundlage findet sich in der ECB Guideline on TARGET2. Der Group Manager kann manuelle Liquiditätstransfers zwischen den Konten vornehmen, jedoch erfolgt keine automatische Konsolidierung wie bei Virtual Accounts.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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