Definition des Begriffs
CFP steht für Contingency Funding Plan, deutsch Liquiditätsnotfallplan. Der Begriff bezeichnet ein internes Verfahren des Liquiditätsrisikomanagements von Banken und anderen beaufsichtigten Finanzinstituten. Zweck ist die geordnete Sicherstellung von Zahlungsfähigkeit, Refinanzierungszugang und Liquiditätssteuerung in außergewöhnlichen Stresssituationen. Der CFP beschreibt vorab, welche Mittel, Sicherheiten, Kommunikationswege und Entscheidungsprozesse bei angespannten Liquiditätslagen aktiviert werden. Er ist Teil des ILAAP, des Internal Liquidity Adequacy Assessment Process, und knüpft an Vorgaben zur Steuerung des Liquiditätsrisikos an, insbesondere an Artikel 86 der Richtlinie 2013/36/EU sowie an die Baseler Grundsätze für solides Liquiditätsrisikomanagement.
Vorkommen und Verwendung
Der CFP wird vom Institut erstellt, durch Leitungsorgane genehmigt und regelmäßig überprüft. Er gilt für Einzelinstitute, Gruppen oder Liquiditätsuntergruppen, abhängig von Geschäftsmodell, Refinanzierungsstruktur und Aufsichtskonsolidierung. Die Anwendung erfolgt nicht nur im Krisenfall, sondern auch im laufenden Monitoring über Frühwarnindikatoren. Auslöser können starke Einlagenabflüsse, Ratingverschlechterungen, erhöhte Besicherungsanforderungen oder eingeschränkter Zugang zu Geld- und Kapitalmärkten sein.
Typische Prüffelder sind:
• Auslöser und Eskalationsstufen für Liquiditätsstress,
• verfügbare Liquiditätsquellen und verwertbare Sicherheiten,
• Zuständigkeiten, Kommunikationswege und Entscheidungsbefugnisse,
• Maßnahmen zur Stabilisierung von Einlagen, Marktrefinanzierung und Zahlungsströmen,
• Tests, Aktualisierungen und Verknüpfung mit Liquiditätsstresstests.
Relevanz
Ein belastbarer CFP stärkt die Fähigkeit eines Instituts, kurzfristige Mittelabflüsse, Marktstörungen oder eingeschränkte Refinanzierungsmöglichkeiten zu bewältigen. Er beeinflusst interne Liquiditätslimits, die Höhe des Liquiditätspuffers und die Einschätzung der Aufsicht im SREP. Schwächen im CFP können zu aufsichtlichen Maßnahmen, zusätzlichen Liquiditätsanforderungen oder Vorgaben zur Governance führen. Eng verbunden ist der Plan mit LCR, NSFR, Funding-Plan, Recovery-Plan und Intraday-Liquidity-Risk-Management. Für Marktteilnehmer ist er ein zentrales Element der operativen Krisenfähigkeit, weil er Handlungsoptionen vor Eintritt einer Liquiditätskrise festlegt.
Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe
• Liquiditätsnotfallplan: gebräuchliche deutsche Bezeichnung für den CFP.
• ILAAP: interner Prozess zur Beurteilung der Angemessenheit der Liquiditätsausstattung.
• Liquidity Stress Testing: Simulation belasteter Szenarien als Grundlage für Notfallmaßnahmen.
• Funding-Plan: Plan zur regulären Refinanzierung, ohne akuten Krisenfokus.
Weitere Informationen
Relevante Bezugspunkte sind Artikel 86 der Richtlinie 2013/36/EU, die EBA-Leitlinien zu ICAAP- und ILAAP-Informationen, die SREP-Leitlinien der EBA sowie die Baseler Prinzipien für Liquiditätsrisikomanagement. Zuständig sind die nationale Aufsicht und bei bedeutenden Instituten die EZB im Einheitlichen Aufsichtsmechanismus.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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