Definition des Begriffs
CET1 steht für Common Equity Tier 1, auf Deutsch hartes Kernkapital. Der Begriff bezeichnet eine aufsichtsrechtliche Eigenmittelkategorie und eine zentrale Kennzahl zur Beurteilung der Kapitalausstattung von Banken. CET1 besteht vor allem aus eingezahltem Stammkapital, offenen Rücklagen, einbehaltenen Gewinnen und bestimmten Kapitalinstrumenten höchster Verlusttragfähigkeit. Abzugspositionen, etwa immaterielle Vermögenswerte, latente Steueransprüche oder Beteiligungen an Finanzunternehmen, mindern das anrechenbare Kapital. Rechtlich ist CET1 in der Capital Requirements Regulation verankert und Teil des Basel-III-Rahmenwerks. Die CET1-Quote setzt hartes Kernkapital ins Verhältnis zu risikogewichteten Aktiva.
Vorkommen und Verwendung
CET1 wird von Kreditinstituten, Wertpapierinstituten, Aufsichtsbehörden, Ratingagenturen und Investoren verwendet. Die Kennzahl erscheint im Meldewesen, in Offenlegungsberichten, in Stresstests, in Kapitalplanungen und im aufsichtlichen Überprüfungsprozess. Sie wird regelmäßig berechnet und an zuständige Behörden gemeldet.
Kernbereiche sind:
Relevanz
CET1 ist relevant, weil hartes Kernkapital Verluste unmittelbar absorbieren kann, ohne dass ein Institut abgewickelt oder insolvent werden muss. Eine hohe CET1-Quote stärkt die Fähigkeit, unerwartete Verluste zu tragen und regulatorische Anforderungen einzuhalten. Eine niedrige Quote kann aufsichtliche Maßnahmen, Kapitalerhaltungspläne oder Ausschüttungsbeschränkungen auslösen. Für Institute beeinflusst CET1 Kreditwachstum, Geschäftsstrategie, Refinanzierungskosten und Kapitalmarktkommunikation. Für Aufsichtsbehörden ist die Kennzahl ein zentraler Indikator für Solvenz und Widerstandsfähigkeit.
Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe
Weitere Informationen
Wichtige Rechtsgrundlagen sind die Capital Requirements Regulation, insbesondere die Artikel zu Bestandteilen, Abzügen und Kapitalquoten, sowie die Capital Requirements Directive mit Kapitalpuffern und aufsichtlichen Anforderungen. Mindestanforderungen werden durch Kapitalerhaltungspuffer, antizyklische Puffer, Systemrisikopuffer und Säule-2-Anforderungen ergänzt. Die konkrete CET1-Quote hängt daher nicht nur vom Kapitalbestand, sondern auch von Risikogewichten, Modellansätzen, Bilanzstruktur und regulatorischen Übergangsbestimmungen ab.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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