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Certificate of Deposit (CD)

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Definition des Begriffs

Ein Certificate of Deposit (CD), zu Deutsch Einlagenzertifikat oder Depositenzertifikat, ist ein von Kreditinstituten emittiertes, auf den Inhaber lautendes Wertpapier, das die Entgegennahme einer Termineinlage bestätigt und die Rückzahlung des Kapitals zuzüglich vereinbarter Zinsen nach Ablauf einer festgelegten Laufzeit verbrieft. Als Geldmarktinstrument dient das CD der kurzfristigen Liquiditäts- und Kapitalanlage und unterscheidet sich von klassischen Festgeldanlagen durch seine Handelbarkeit am Sekundärmarkt. CDs werden als Inhaberpapiere ausgegeben und sind formlos übertragbar, wodurch sich über Broker ein liquider Sekundärmarkt für verbriefte Termineinlagen entwickelt hat. Sie können als Abzinsungspapiere oder mit einem Nominalzins ausgestattet sein.

 

Vorkommen und Verwendung

CDs wurden Anfang der 1960er Jahre von US-amerikanischen Banken zur Umgehung der damaligen Habenzinsbeschränkungen (Regulation Q) entwickelt und 1966 am Euro-Geldmarkt eingeführt. In Deutschland ließ die Deutsche Bundesbank CDs erst 1986 zum Handel zu. Sie sind heute etablierte Instrumente des Geldmarkts.

Laufzeiten:

  • USA: typischerweise 30 bis 270 Tage
  • Euro-Geldmarkt: üblicherweise sieben Tage bis ein Jahr, Laufzeiten bis zu fünf Jahren sind möglich, aber selten
  • Standardisierte Laufzeiten im Gegensatz zu Commercial Papers

Verzinsung:

CDs sind entweder mit einem festen Nominalzins ausgestattet oder als Abzinsungspapiere konzipiert, bei denen der Zins durch die Differenz zwischen Nennwert und Ausgabepreis realisiert wird.

 

Merkmale und Eigenschaften

  • Fungibilität: Als Inhaberpapiere sind CDs ohne Formwechsel übertragbar
  • Handelbarkeit: Verkauf vor Fälligkeit über den Sekundärmarkt möglich
  • Liquiditätsnähe: Höhere Liquidität als klassische Termineinlagen gleicher Fristigkeit
  • Zinssätze: Vergleichsweise niedrigere Zinssätze als bei nicht handelbaren Festgeldern aufgrund der höheren Flexibilität
  • Emittenten: Banken und Kreditinstitute

 

Relevanz und Bedeutung

CDs spielen eine wichtige Rolle als kurzfristiges Refinanzierungsinstrument für Banken und als flexible Anlageform für institutionelle und private Investoren. Sie ermöglichen eine Kombination aus attraktiver Verzinsung und jederzeitiger Verwertbarkeit über den Sekundärmarkt. Im Vergleich zu klassischen Termineinlagen bieten CDs höhere Flexibilität bei geringfügig niedrigeren Zinssätzen. Money Market Funds nutzen CDs als Anlageprodukt zur Portfoliodiversifikation.

 

Abgrenzung und verwandte Begriffe

Synonym: Einlagenzertifikat, Depositenzertifikat

Verwandte Begriffe:

  • Commercial Paper (CP): Kurzfristige Schuldverschreibungen ohne standardisierte Laufzeiten
  • Termineinlage: Nicht handelbare Festgeldanlage
  • Geldmarktpapiere: Überbegriff für kurzfristige, handelbare Schuldtitel
  • Floating Rate Certificate of Deposit (FRCD): CD mit variabler Verzinsung

 

Weitere Informationen

CDs unterliegen den allgemeinen Regelungen für Inhaberschuldverschreibungen und werden im Rahmen des Geldmarkthandels genutzt. In Deutschland sind sie Teil des regulierten Geldmarktsegments.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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