Definition des Begriffs
CBPP steht für Covered Bond Purchase Programme, auf Deutsch Programm zum Ankauf gedeckter Schuldverschreibungen. Es bezeichnet ein geldpolitisches Ankaufverfahren des Eurosystems, bei dem die Europäische Zentralbank und nationale Zentralbanken Covered Bonds am Primärmarkt oder Sekundärmarkt erwerben konnten. Covered Bonds sind besicherte Bankschuldverschreibungen, die durch einen Deckungsstock, etwa Hypothekendarlehen oder öffentliche Forderungen, abgesichert sind. Das Verfahren zielte auf die Stabilisierung eines zentralen Refinanzierungsmarkts, die Verbesserung der geldpolitischen Transmission und günstigere Finanzierungskonditionen. Rechtliche Grundlagen waren Artikel 18.1 der ESZB-Satzung sowie spezifische EZB-Beschlüsse zu CBPP1, CBPP2 und CBPP3.
Vorkommen und Verwendung
Das Eurosystem setzte das Verfahren in drei Programmen ein. CBPP1 startete 2009 und endete 2010. CBPP2 startete 2011 und endete 2012. CBPP3 startete 2014 und wurde Teil des Asset Purchase Programme. Erfasst waren zulässige gedeckte Schuldverschreibungen von Emittenten aus dem Euro-Währungsgebiet. Die operative Umsetzung umfasste:
Relevanz
Das CBPP ist für Banken, Investoren und Aufsicht relevant, weil Zentralbankkäufe Liquidität, Renditen und Risikoaufschläge im Covered-Bond-Markt beeinflussen können. Für Kreditinstitute kann das Programm Refinanzierungskosten senken und Emissionen erleichtern. Für Marktteilnehmer entstehen zugleich Effekte auf Verfügbarkeit, Preisbildung und Investorenstruktur. Das Verfahren gehört zur unkonventionellen Geldpolitik nach der Finanzmarktkrise und der europäischen Staatsschuldenkrise. Es ergänzt andere Ankaufprogramme, ohne die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Emittenten oder Deckungswerte zu ersetzen. Die Käufe erfolgten nicht als Bankenaufsicht, sondern als geldpolitische Maßnahme zur Steuerung von Finanzierungskonditionen.
Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe
Verwandte Begriffe sind:
Weitere Informationen
Weitere Informationen ergeben sich aus den EZB-Beschlüssen zu den einzelnen Programmen, den Leitlinien zur geldpolitischen Durchführung und den veröffentlichten Bestandsdaten. Beteiligt waren die EZB und die nationalen Zentralbanken des Eurosystems. Die Programme wurden durch Zulassungskriterien, Emittentenlimits, Emissionslimits und Bonitätsanforderungen begrenzt. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Nettoankäufen, Wiederanlagen und passivem Portfolioabbau, da diese Phasen unterschiedliche Marktwirkungen haben.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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