Feedback

Capital Adequacy Statement (CAS)

zur Glossar-Übersicht

 

Definition des Begriffs

CAS, das Capital Adequacy Statement, bezeichnet eine zusammenfassende Erklärung zur Kapitalangemessenheit eines Instituts. Im deutschen Sprachgebrauch entspricht dies einer Erklärung zur Angemessenheit der internen Kapitalausstattung. Das Dokument ist kein eigenständiger EU-Rechtsakt, sondern Bestandteil des Internal Capital Adequacy Assessment Process, (ICAAP). Zweck ist die nachvollziehbare Bestätigung, dass Kapital, Kapitalplanung und Risikodeckung zur Geschäftsstrategie, zum Risikoprofil und zu erwartbaren Stresslagen passen. Rechtlicher Bezugspunkt ist die Pflicht aus der Capital Requirements Directive, interne Verfahren zur Beurteilung und Sicherstellung einer angemessenen Kapitalausstattung vorzuhalten.

 

Vorkommen und Verwendung

Das CAS wird von der Geschäftsleitung oder dem Leitungsorgan eines Kreditinstituts erstellt, beschlossen und vorgelegt. Es erscheint typischerweise im ICAAP-Unterlagenpaket für Aufsichtszwecke, besonders bei bedeutenden Instituten im Einheitlichen Aufsichtsmechanismus. Die Erklärung wird regelmäßig, in der Praxis meist jährlich, aktualisiert und bei wesentlichen Änderungen des Geschäftsmodells, des Risikoprofils oder des Kapitalplans überprüft. Das Leitungsorgan dokumentiert die wesentlichen Annahmen, die Reichweite der Bestätigung und mögliche Einschränkungen. Dabei sollen Zahlenwerke, Risikomodelle und Managementmaßnahmen konsistent sein, damit die Erklärung nicht nur eine formale Bestätigung, sondern ein steuerungsrelevantes Ergebnis des ICAAP bildet.

Kernbereiche sind:

  1. Beurteilung der aktuellen Eigenmittelausstattung.
  2. Mehrjährige Kapitalplanung unter Basis- und Stressszenarien.
  3. Abgleich von ökonomischer Perspektive und normativer Perspektive.
  4. Darstellung wesentlicher Risiken, Risikotreiber und Managementmaßnahmen.

 

Relevanz

Das CAS verdichtet die Ergebnisse des ICAAP zu einer adressatengerechten Leitungsentscheidung. Es macht sichtbar, ob ein Institut seine Kapitalposition aus eigener Sicht tragfähig steuert und ob ausreichende Puffer für adverse Entwicklungen bestehen. Für die Bankenaufsicht ist die Erklärung ein wichtiger Bezugspunkt im SREP, da sie Hinweise auf Governance, Risikoinventur, Stresstestqualität, Kapitalplanung und interne Eskalationsmechanismen liefert. Schwächen können zu aufsichtlichen Rückfragen, qualitativen Maßnahmen oder höheren Kapitalanforderungen beitragen. Dadurch verbindet das CAS quantitative Kennzahlen mit qualitativer Begründung und erhöht die Nachvollziehbarkeit strategischer Kapitalentscheidungen.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

Verwandte Begriffe sind:

  • ICAAP, internes Verfahren zur Beurteilung der Kapitalangemessenheit.
  • LAS, Liquidity Adequacy Statement zur Angemessenheit der Liquiditätsausstattung.
  • SREP, aufsichtlicher Überprüfungs- und Bewertungsprozess.
  • Kapitalplan, mehrjährige Projektion von Eigenmitteln, Risikoaktiva und Kapitalquoten.

 

Weitere Informationen

Die rechtliche Grundlage liegt insbesondere in Artikel 73 der Richtlinie 2013/36/EU, ergänzt durch nationale Umsetzungsvorschriften und aufsichtliche Erwartungen. Inhaltlich ist das CAS mit CRR-Kapitalquoten, Risikotragfähigkeit, Stresstests, Geschäftsstrategie und Sanierungsplanung verbunden.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

Passwort zurücksetzen

Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an. Wir senden Ihnen eine E-Mail zum Zurücksetzen Ihres Passwortes.


Abbrechen