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Bank Lending Survey (BLS)

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Definition des Begriffs

BLS steht für Bank Lending Survey, auf Deutsch Umfrage zum Kreditgeschäft der Banken. Der Begriff bezeichnet ein regelmäßig durchgeführtes Befragungsverfahren des Eurosystems zur Entwicklung von Kreditvergabestandards, Kreditbedingungen und Kreditnachfrage im Euroraum. Die Europäische Zentralbank startete die Erhebung 2003 gemeinsam mit den nationalen Zentralbanken. Befragt werden ausgewählte Banken in den Mitgliedstaaten des Euroraums. Der BLS liefert qualitative Informationen, die in Kreditstatistiken, Bilanzdaten und Marktpreisen nicht unmittelbar sichtbar sind. Er ist kein Rechtsakt und keine aufsichtliche Einzelprüfung, sondern ein geldpolitisches und makroökonomisches Analyseverfahren.

 

Vorkommen und Verwendung

Der BLS wird vierteljährlich durchgeführt. Nationale Zentralbanken erheben die Angaben bei Banken ihres Landes und übermitteln aggregierte Ergebnisse an die Europäische Zentralbank. Die Fragen betreffen vergangene Entwicklungen und Erwartungen für das folgende Quartal. Verwendet wird der BLS von Zentralbanken, Aufsichtsbehörden, Forschungseinrichtungen, Marktanalysten und Finanzinstituten. Kernbereiche sind:

  1. Kreditvergabestandards, also interne Richtlinien und Kriterien für die Kreditgewährung.
  2. Kreditbedingungen, etwa Margen, Sicherheitenanforderungen, Laufzeiten, Kreditnebenkosten und Covenants.
  3. Kreditnachfrage von Unternehmen und privaten Haushalten.
  4. Einflussfaktoren wie Refinanzierungskosten, Risikoeinschätzung, Wettbewerb, Eigenkapitalposition und Konjunkturausblick.
  5. Segmente wie Unternehmenskredite, Wohnungsbaukredite und Konsumentenkredite.

 

Relevanz

Der BLS ist relevant, weil Kreditvergabe ein zentraler Übertragungskanal der Geldpolitik ist. Straffere Kreditstandards können Investitionen, Immobilienfinanzierung und Konsum dämpfen. Lockerere Standards können die Kreditversorgung erleichtern, aber auch die Risikobereitschaft erhöhen. Für die Europäische Zentralbank unterstützt der BLS die Einschätzung, wie Zinspolitik, Liquiditätsbedingungen und Risikowahrnehmung auf Banken und Kreditnehmer wirken. Für Finanzmarktteilnehmer liefert die Umfrage Hinweise auf Finanzierungsbedingungen, Kreditzyklus und mögliche Frühindikatoren für Konjunktur und Finanzstabilität. Die Ergebnisse sind qualitativ und beruhen auf Einschätzungen der teilnehmenden Banken.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

Ein Beispiel ist eine Befragungsrunde, in der Banken eine Verschärfung der Standards für Unternehmenskredite melden, weil Ausfallrisiken und Refinanzierungskosten gestiegen sind. Verwandte Begriffe sind:

  • Kreditvergabestandards, interne Kriterien für die Annahme oder Ablehnung von Kreditanträgen.
  • Kreditbedingungen, konkrete Vertragsparameter eines gewährten Kredits.
  • Credit tightening, Verschärfung der Kreditvergabe.
  • Monetary transmission, Übertragung geldpolitischer Impulse auf Realwirtschaft und Finanzmärkte.

 

Weitere Informationen

Weitere Informationen betreffen Stichprobenauswahl, Fragebogen, Aggregationsmethode und nationale Ergebnisberichte. Die Ergebnisse werden als Nettosalden ausgewiesen, also als Differenz zwischen Banken mit Verschärfung und Banken mit Lockerung oder zwischen steigender und sinkender Nachfrage. Bei der Interpretation sind Stichprobengröße, Länderstruktur, Geschäftsmodell und Sonderfragen zu berücksichtigen.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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