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Base Erosion and Profit Shifting (BEPS)

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Definition des Begriffs

BEPS steht für Base Erosion and Profit Shifting, auf Deutsch Gewinnverkürzung und Gewinnverlagerung. Der Begriff bezeichnet kein einzelnes Gesetz, sondern ein internationales Verfahren zur Bekämpfung aggressiver Steuergestaltungen multinationaler Unternehmensgruppen. Ziel ist es, Besteuerungsrechte stärker an wirtschaftliche Substanz, Wertschöpfung und tatsächliche Geschäftstätigkeit zu koppeln. Das OECD/G20-Projekt wurde 2013 gestartet und mündete 2015 in einen Aktionsplan mit 15 Maßnahmen. Seit 2016 erfolgt die Weiterentwicklung im Inclusive Framework on BEPS, an dem zahlreiche Staaten und Jurisdiktionen teilnehmen.

 

Vorkommen und Verwendung

BEPS kommt vor allem in der internationalen Steuerpolitik, in der Konzernsteuerung und in steuerlichen Compliance-Prozessen vor. Betroffen sind insbesondere grenzüberschreitend tätige Unternehmensgruppen, Steuerverwaltungen und Berater.

Zentrale Prüffelder sind:

  1. Verrechnungspreise Analyse konzerninterner Lieferungen, Dienstleistungen, Finanzierungen und immaterieller Werte.

  2. Hybride Gestaltungen Vermeidung steuerlicher Vorteile aus unterschiedlichen nationalen Qualifikationen von Instrumenten oder Rechtsträgern.

  3. Betriebsstätten Prüfung, ob ausländische Geschäftstätigkeiten eine steuerliche Präsenz begründen.

  4. Transparenzpflichten Nutzung von Country-by-Country Reporting, Master File und Local File zur Darstellung globaler Steuerpositionen.

 

Relevanz

BEPS ist für Unternehmen relevant, weil steuerliche Strukturen, Dokumentationspflichten und Risikobewertungen stärker überprüft werden. Steuerverwaltungen erhalten mehr Informationen über Umsätze, Gewinne, Beschäftigte, gezahlte Steuern und wirtschaftliche Aktivitäten je Staat. Dadurch steigt die Bedeutung konsistenter Verrechnungspreisdokumentation und nachvollziehbarer Substanznachweise.

Für Finanzinstitute kann BEPS zusätzlich bedeutsam sein, wenn Konzernfinanzierungen, Lizenzstrukturen, Holdingfunktionen oder grenzüberschreitende Dienstleistungsmodelle bestehen. Ergebnisse können Anpassungen der Steuerbemessungsgrundlage, Nachzahlungen, Zinsen, Sanktionen oder Änderungen interner Steuerkontrollen sein.

 

Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe

Verwandte Begriffe sind:

  • CbCR, länderbezogene Berichterstattung multinationaler Gruppen.
  • Pillar One, Neuverteilung bestimmter Besteuerungsrechte bei großen Konzernen.
  • Pillar Two, globale Mindestbesteuerung mit einem effektiven Mindeststeuersatz.
  • MLI, multilaterales Instrument zur Anpassung von Doppelbesteuerungsabkommen.
  • ATAD, EU-Richtlinie gegen Steuervermeidungspraktiken.

 

Weitere Informationen

BEPS ist mit mehreren Regelwerken verbunden, darunter OECD-Verrechnungspreisleitlinien, Doppelbesteuerungsabkommen, das Multilateral Instrument und europäische Steuervermeidungsvorschriften. In der EU wurden einzelne BEPS-Maßnahmen unter anderem über die Amtshilferichtlinie, insbesondere DAC4 zum Country-by-Country Reporting, sowie über ATAD umgesetzt. Nationales Recht konkretisiert Meldepflichten, Dokumentationsanforderungen und steuerliche Korrekturmechanismen.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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