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Asset-referenced Token (ART)

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Definition des Begriffs

ART steht für Asset-referenced Token, deutsch wertreferenzierter Token. Der Begriff bezeichnet nach der Verordnung (EU) 2023/1114 über Märkte für Kryptowerte eine Kategorie von Kryptowerten, die einen stabilen Wert anstrebt, indem sie auf einen Korb aus Werten oder Rechten Bezug nimmt. Dazu können gesetzliche Zahlungsmittel, Waren, andere Kryptowerte oder Kombinationen daraus gehören. ART sind keine E-Geld-Token, weil sie nicht ausschließlich auf eine einzelne amtliche Währung verweisen. Sie sind auch keine traditionellen Finanzinstrumente, sofern ihre konkrete Ausgestaltung nicht unter bestehendes Wertpapier- oder Bankaufsichtsrecht fällt. Die Regulierung zielt darauf, Inhaberrechte, Marktintegrität und Finanzstabilität zu sichern, ohne den technologischen Charakter des Tokens als digital übertragbaren Wert aufzugeben.

 

Vorkommen und Verwendung

ART kommen im Kryptomarkt als wertstabilisierende Token vor. Sie können für Zahlungen, Abwicklungen, Sicherheitenstellungen oder den Transfer digitaler Werte genutzt werden. Ausgabe und öffentliches Angebot erfolgen durch Emittenten, die ein Whitepaper erstellen und in vielen Fällen eine Zulassung benötigen. Die laufende Verwendung betrifft insbesondere:

  • Emittenten, die Reserven halten und Rücktauschrechte organisieren,
  • Handelsplattformen, die ART zum Handel zulassen,
  • Kryptowerte-Dienstleister, die Verwahrung, Tausch oder Ausführung von Aufträgen anbieten,
  • Inhaber, deren Ansprüche und Informationsrechte rechtlich geschützt werden.

Im grenzüberschreitenden Vertrieb sind einheitliche Informationspflichten wichtig, weil dieselben Token in mehreren Mitgliedstaaten angeboten und über elektronische Netzwerke übertragen werden können.

 

Relevanz

ART haben regulatorische Bedeutung, weil sie Wertstabilität versprechen und dadurch ähnliche Funktionen wie private Zahlungsmittel oder Abwicklungswerte übernehmen können. Risiken entstehen bei unzureichender Reserveverwaltung, Interessenkonflikten, Marktmanipulation, operativen Störungen oder fehlender Transparenz. Für bedeutende ART gelten strengere Vorgaben, etwa zu Eigenmitteln, Liquidität, Governance und Stresstests. Die Einstufung beeinflusst, ob nationale Aufsichtsbehörden oder europäische Behörden eng eingebunden sind. Aufsichtliche Maßnahmen können Vertriebsbeschränkungen, zusätzliche Kapitalanforderungen oder Anordnungen zur Anpassung des Whitepapers umfassen.

 

Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe

  • Wertreferenzierter Token: deutsche Bezeichnung für ART.
  • E-Geld-Token: Kryptowert mit Bezug auf eine einzelne amtliche Währung.
  • Stablecoin: marktüblicher Sammelbegriff ohne einheitliche aufsichtsrechtliche Bedeutung.
  • MiCA: europäischer Rechtsrahmen für Emission, Angebot und Dienstleistungen rund um Kryptowerte.

 

Weitere Informationen

Zentrale Rechtsgrundlage ist die MiCA-Verordnung, insbesondere die Vorschriften zu wertreferenzierten Token, Whitepaper-Pflichten, Zulassung, Governance, Reservevermögen, Rücktauschrechten und laufender Aufsicht. Ergänzend wirken technische Regulierungsstandards, Leitlinien und Meldeanforderungen, die Detailfragen zur Reserve, Liquidität, Offenlegung und Einstufung bedeutender ART präzisieren.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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