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Advanced Method of Additional Outflows (AMAO)

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Definition des Begriffs

AMAO bezeichnet die Advanced Method of Additional Outflows, auf Deutsch fortgeschrittene Methode zur Ermittlung zusätzlicher Liquiditätsabflüsse. Der Begriff stammt aus den Arbeiten der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde zu zusätzlichen Liquiditätsabflüssen aus Sicherheitenanforderungen bei Derivatetransaktionen. AMAO war als internes, modellbasiertes Verfahren vorgesehen, um zusätzliche Collateral-Outflows zu messen, die aus einem nachteiligen Marktszenario entstehen können. Rechtlicher Ausgangspunkt ist Artikel 423 Absatz 3 CRR. Die EBA schlug AMAO 2014 in Entwürfen technischer Regulierungsstandards vor. In der späteren Delegierten Verordnung (EU) 2017/208 wurde jedoch der Historical Look Back Approach als maßgebliche Berechnungsmethode verankert. AMAO bleibt daher vor allem ein methodischer Referenzbegriff aus der Entwurfs- und Fachdiskussion.

 

Vorkommen und Verwendung

AMAO kommt in bankaufsichtlichen Unterlagen zur Liquidity-Coverage-Ratio, zum Liquiditätsrisiko und zu Sicherheitenabflüssen aus Derivaten vor. Das Verfahren war besonders für Institute mit großen Derivateportfolios gedacht. In der Fachpraxis wird AMAO verwendet, um den Unterschied zwischen modellbasierter Simulation und historischer Rückschau zu beschreiben. Zentrale Prüffelder sind:

  • Simulation nachteiliger Marktszenarien für Derivatepositionen.
  • Vertragsbezogene Sicherheitenanforderungen, Margining und Netting.
  • Modellfähigkeit zur Verbindung von Marktwertänderungen und Collateral-Mechanik.
  • Abgrenzung gegenüber dem Historical Look Back Approach.
  • Konsistenz mit LCR, HQLA-Bestand und Liquiditätsstressannahmen.

Die EBA verband die Anwendung im Entwurf mit Instituten, die bereits eine genehmigte Internal-Model-Method für das Gegenparteiausfallrisiko nutzten.

 

Relevanz

AMAO ist relevant, weil derivative Marktwertänderungen in Stressphasen zusätzliche Sicherheitenabflüsse auslösen können. Solche Abflüsse belasten die Liquiditätsreserve und beeinflussen die LCR-Berechnung. Ein modellbasierter Ansatz kann Vertragsdetails und Risikotreiber granularer erfassen, erhöht aber Anforderungen an Daten, Modellvalidierung, Governance und aufsichtliche Vergleichbarkeit. Die spätere Fokussierung auf den Historical Look Back Approach zeigt, dass Einfachheit, internationale Vergleichbarkeit und Level Playing Field in der Regulierung besonders gewichtet wurden.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

  • Advanced Method for Additional Outflows, abweichende Formulierung in EBA-Unterlagen.
  • HLBA, Historical Look Back Approach, historische Rückschau-Methode für zusätzliche Sicherheitenabflüsse.
  • LCR, Liquidity Coverage Ratio, kurzfristige Liquiditätsdeckungsquote.
  • Collateral Outflows, Sicherheitenabflüsse aus vertraglichen Nachschusspflichten.
  • IMM, Internal Model Method, interne Modellmethode für Gegenparteiausfallrisiken.

 

Weitere Informationen

Zentrale Bezugspunkte sind Artikel 423 Absatz 3 CRR, die EBA-Entwürfe zu zusätzlichen Collateral-Outflows und die Delegierte Verordnung (EU) 2017/208. Verknüpfte Themen sind Derivatemärkte, Master-Netting-Agreements, Margin-Calls, Liquiditätsstresstests, Sicherheitenmanagement, ILAAP, HQLA und regulatorisches Meldewesen.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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