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Advanced Internal Ratings Based Approach (AIRB)

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Definition des Begriffs

Der Advanced Internal Ratings-Based Approach ist ein Verfahren zur Berechnung von Eigenkapitalanforderungen für Kreditrisiken im Rahmen der Basel-II- und Basel-III-Regelwerke. Es ermöglicht Banken, ihre regulatorischen Eigenmittelanforderungen auf Basis eigener interner Ratingmodelle zu ermitteln. Das Verfahren ist in der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (Capital Requirements Regulation, CRR) in den Artikeln 142 bis 191 rechtlich verankert. Die Anwendung des AIRB-Ansatzes setzt eine explizite aufsichtliche Genehmigung durch die zuständige Behörde voraus und unterliegt strengen qualitativen und quantitativen Mindestanforderungen.

 

Vorkommen und Verwendung

Der AIRB-Ansatz wird von Kreditinstituten verwendet, die über entsprechend entwickelte Risikomanagementsysteme verfügen. Im Gegensatz zum Foundation Internal Ratings-Based Approach (FIRB), bei dem lediglich die Ausfallwahrscheinlichkeit (Probability of Default, PD) intern geschätzt wird, müssen Banken beim AIRB sämtliche Risikoparameter eigenständig quantifizieren:

  • Probability of Default (PD): Ausfallwahrscheinlichkeit des Schuldners
  • Loss Given Default (LGD): Verlustquote bei Ausfall
  • Exposure at Default (EAD): Forderungshöhe zum Zeitpunkt des Ausfalls
  • Maturity (M): Restlaufzeit der Forderung

Die Berechnung der risikogewichteten Aktiva (Risk Weighted Assets, RWA) erfolgt anhand standardisierter Formeln, die von den Basler Gremien vorgegeben werden. Diese unterscheiden sich nach Forderungsklassen wie Unternehmenskredite, KMU-Kredite, Privatkredite oder Immobilienfinanzierungen. Die erforderliche Mindesteigenkapitalquote beträgt acht Prozent der ermittelten RWA.

 

Relevanz

Der AIRB-Ansatz gilt als risikosensitivster Ansatz zur Messung von Kreditrisiken und erlaubt eine präzisere Kalibrierung der Eigenkapitalanforderungen an das tatsächliche Risikoprofil der Bank. Gegenüber dem Standardansatz können Institute mit robusten Risikomodellen und qualitativ hochwertigen Kreditportfolios Kapitalentlastungen realisieren. Gleichzeitig erfordert das Verfahren erhebliche Investitionen in Dateninfrastruktur, Modellentwicklung und Validierungsprozesse. Im Zuge von Basel III und der CRR III wurden die Anforderungen an IRB-Modelle verschärft, unter anderem durch die Einführung von Output Floors, die übermäßige Kapitalentlastungen begrenzen.

 

Synonyme oder verwandte Begriffe

  • Foundation Internal Ratings-Based Approach (FIRB): Basisvariante des IRB-Ansatzes mit partieller Eigenmodellierung
  • Internal Ratings-Based Approach (IRBA): Oberbegriff für FIRB und AIRB
  • Standardansatz (SA): Alternatives Verfahren ohne interne Modelle

 

Weitere Informationen

Rechtsgrundlage bildet die Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (CRR), Teil 3, Titel II, Kapitel 3. Die aufsichtliche Genehmigung wird in Deutschland von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gemeinsam mit der Deutschen Bundesbank erteilt, für bedeutende Institute ist die Europäische Zentralbank (EZB) zuständig. Die European Banking Authority (EBA) veröffentlicht technische Standards und Leitlinien zur einheitlichen Anwendung.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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